Nach Polen und Ungarn wird in diesem Jahr thematisch der Bogen nach Tschechien und zur Slowakei geschlagen. Die Feierlichkeiten beginnen gegen Abend mit einem Friedensgebet in der Nikolaikirche.

Die montäglichen Friedensgebete in diesem Gotteshaus waren einst der Ausgangspunkt der machtvollen Montagsdemonstrationen gewesen. Der Gottesdienst wird von Hans-Dietrich Genscher (FDP) mitgestaltet. Er war damals Bundesaußenminister. Die Predigt zum Friedensgebet kommt von Synodalsenior Joel Ruml aus Tschechien. Die Rede zur Demokratie hält in diesem Jahr der tschechische Schriftsteller und Politiker Milan Uhde.

Höhepunkt ist am Abend das Lichtfest auf dem Leipziger Augustusplatz. Unter dem Titel "Wie geht's? Über Prag!" stellt eine künstlerische Performance den Prager Frühling von 1968 und die Besetzung der Prager Botschaft der Bundesrepublik durch DDR-Flüchtlinge in den Mittelpunkt. Im Zentrum stehen eine Familie und ein Sprecher, die eine individuelle Dimension der Ereignisse erlebbar werden lassen sollen.

Leipzig begeht das Lichtfest seit 2009 immer am 9. Oktober. An diesem Tag waren im Jahr 1989 bis zu 70 000 Menschen protestierend über den Leipziger Innenstadtring gezogen. Die Montagsdemonstrationen, die es auch in zahlreichen anderen Orten der DDR gab, waren damals mitentscheidend für den Zusammenbruch der DDR.