Die Spitzen von CDU und SPD in Sachsen, Stanislaw Tillich und Martin Dulig, haben bei den Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der Montagsdemonstrationen und der friedlichen Revolution den Geist von 1989 beschworen. Ministerpräsident Tillich (CDU) sagte am gestrigen Donnerstag, 25 Jahre nach dem Mauerfall vermisse er das Engagement der Menschen für Freiheit und Demokratie. 1989/90 sei die Demokratie eine Verheißung gewesen. "Der Geist der Gemeinschaft, die sich für ein gemeinsames Ziel einsetzt, scheint sich verflüchtigt zu haben. Viele, zu viele gehen nicht einmal zur Wahl. Leider auch hier in Sachsen, im Mutterland der friedlichen Revolution", sagte Tillich.

Auch SPD-Chef Dulig rief dazu auf, die Ideen und Werte der friedlichen Revolution wachzuhalten. "Wir haben damals Freiheit und Demokratie gewonnen, dank der Menschen, die auf die Straße gegangen sind. Und diese Werte müssen wir bewusst nutzen, um unsere Zukunft zu gestalten", betonte Dulig.

Rico Gebhardt, Linken-Fraktionschef in Sachsen, erklärte: "Der Wille von Menschen, gemeinsam und friedlich Missstände zu überwinden und für ihre Interessen einzutreten, darf in keinem politischen System verloren gehen."

Bundespräsident Joachim Gauck hatte zuvor bei einem Festakt in Leipzig die friedliche Revolution vor 25 Jahren gewürdigt und an das Unrecht in der DDR erinnert. "Willkür regierte das Land", sagte Gauck.

Am 9. Oktober 1989 waren in Leipzig mehr als 70 000 Menschen auf die Straße gegangen, um Freiheit und Demokratie zu fordern. Nur einen Monat später, am 9. November, fiel die Berliner Mauer.

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