Was ihn in dem ehemaligen Bürgerkriegsland genau erwartet, weiß er nicht. Aber er hat einen klaren Auftrag: Der 22-Jährige mit der großen Leidenschaft für den schwarzen Kontinent engagiert sich für den Verein "Lebendiges Kongo e.V.". Dieser hat in Leipzig seinen Hauptsitz und finanziert sich ausschließlich über Sach- und Geldspenden, um damit vor allem ehemaligen Kindersoldaten und Waisenkindern mit verschiedenen Hilfsprojekten zurück ins Leben zu helfen.
"Wir wollen Menschen, die durch den Bürgerkrieg traumatisiert wurden, wieder eine Perspektive aufzeigen", sagt der junge Mann mit den Dreadlocks, der Vereinschef Dinanga Cingoma durch einen Zufall kennenlernte und sich von ihm für die Ziele des Vereins schnell begeistern ließ. Der Student sucht im Kongo das große Abenteuer und die bislang größte Herausforderung seines Lebens. Auf ihn wartet eine Menge Arbeit, denn er muss gleich mehrere Projekte seines Vereins gleichzeitig betreuen.

In Deutsch unterrichten
Zum einen gibt Engert Deutschkurse für einheimische Akademiker, die sich später in Deutschland weiterbilden wollen. Zum anderen ist er für das kongolesische Feuerwehr-Projekt des Vereins verantwortlich. Mit zwei alten, aber noch funktionstüchtigen Löschwagen, die von der Leipziger Feuerwehr gestiftet wurden, sollen ehemalige Kindersoldaten zu Feuerwehrleuten ausgebildet werden. Das erforderliche Know-how vermitteln Angehörige der Bundeswehr. Mit dem Projekt soll auch das Umweltbewusstsein der Kongolesen geschult werden. "Die Leute sammeln in ihrer Stadt Müll und erhalten im Gegenzug dafür sauberes Trinkwasser, das mit der Feuerwehr aus Brunnen gefördert wird", berichtet Engert.
In seinem 45 Kilogramm schweren Reisegepäck hat er auch Drucker und Werkzeug zum Füllen von Druckerpatronen. Er und Cingoma, der kurz nach ihm auch in den Kongo fliegt, haben in Deutschland bei Profis gelernt, wie man diese Patronen wieder befüllt. Ihr Wissen wollen sie an junge Kongolesen weitergeben, die sich mit einer Druckereitankstelle selbstständig machen wollen. "Das ist ebenso wie die Telekommunikation ein Markt, der in dem Land boomt", erklärt Engert, der neben Afrikanistik auch Deutsch als Fremdsprache studiert.

Erste Berufsschule
"Was Manuel macht, ist mehr als mutig. Das ist ein gutes Beispiel für Globalisierung", lobt der Vereinschef, der selbst aus dem Kongo stammt und in Deutschland lebt. In Deutschland könne er leichter nützliche Kontakte zu Institutionen knüpfen als im Kongo, sagt Cingoma. Der 46-jährige Politologe plant ständig neue Hilfsprojekte für seine Heimat. Nach Manuel Engert will er deutsche Psychologen und Sozialpädagogen in den Kongo schicken. Sie sollen sich um die vom Bürgerkrieg traumatisierten Kinderseelen kümmern.