Im Werben um ihre Gäste setzen Hochschul-Mensen und öffentliche Kantinen in Sachsen zunehmend auf leichte Kost und Bio-Essen. So wird in vielen Mensen unter dem Siegel "mensaVital" mindestens ein Gericht aus besonders ausgewählten Zutaten angeboten, ergab eine Umfrage. Dazu gehören in der Regel Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse, mageres Fleisch und Gemüse, die fettarm zubereitet werden.

Auch öffentliche Kantinen haben den Trend zu einem veränderten Ernährungsbewusstsein erkannt: So hatte zum Beispiel die Kantine im Leipziger Rathaus den September unter das Motto "Vegetarier aller Länder, vereinigt euch" gestellt und zusätzlich zum normalen Tagesangebot vegetarische Gerichte auf den Speiseplan gehoben.

Ein Angebot häufig sogar vegan

Noch einen Schritt weiter geht die Technische Universität Chemnitz. Sie bietet nicht nur jeden Tag ein Essen aus dem "mensaVital"-Spektrum, zudem stehen an einem Tag der Woche Gerichte auf dem Speiseplan, deren Zutaten aus biologischer Erzeugung stammen. In Dresden gibt es mit der Mensa "U-Boot" sogar eine Einrichtung, die auf ein rein biologisches Angebot setzt, wobei eines der beiden angebotenen Hauptgerichte grundsätzlich vegetarisch und häufig sogar vegan ist, wie das Studentenwerk in der Landeshauptstadt mitteilt.

Damit kommen die Hochschulküchen einem Bedürfnis vieler Studenten und Hochschulbeschäftigten nach, für die Ernährung ein wichtiges Thema ist. Das Studentenwerk Leipzig, das in der Stadt insgesamt zwölf Mensen betreibt, verweist in diesem Zusammenhang auf eine umfangreiche Befragung, in der 85 Prozent der mehr als 5000 Befragten das Thema als wichtig oder sehr wichtig bezeichneten.

Bei der Befragung in Leipzig sei ebenfalls deutlich geworden, dass potenzielle Mensabesucher oft aus Zeitmangel mittags nicht den Weg ins Hochschulrestaurant antreten. Als Alternativen würden dann Imbisse, Bäcker oder Supermärkte aufgesucht. Um Abhilfe zu schaffen, wurden die Mensen-Öffnungszeiten ausgeweitet. Das Studentenwerk Dresden bietet Sonderservice: So entstand in der Dresdner Wundtstraße erstmals eine Mensa in einem Wohnheim, hier können die Studierenden von elf bis 21.30 Uhr Mahlzeiten einnehmen. Im Areal um die neue Mensa leben dem Studentenwerk zufolge rund 1600 Studierende.

"Goldenes Tablett" als Preis

Im bundesweiten Wettbewerb "Mensa des Jahres" der Universitätszeitschrift "Unicum" bekam die Alte Mensa, die zweitgrößte der TU Dresden, im vergangenen Jahr von ihren Gästen in der Kategorie "Angebot" Bestnoten und darf sich mit dem "Goldenen Tablett" schmücken. Allein in dieser Mensa gehen täglich 6500 bis 7000 Mittagessen über die Ausgabetresen, wie Heike Müller, Pressesprecherin des Studentenwerks Dresden, mitteilte.

Die Preise für die Gerichte in den Mensen und Cafeterias sind studentischen Finanzen wohl durchaus angemessen. In den Einrichtungen des Studentenwerks Chemnitz-Zwickau kosten Komplettgerichte ab 1,40 Euro, in der Cafeterias sind Suppen schon ab 50 Cent zu bekommen, dort kann eine Hauptspeise aber auch um die 3,50 Euro kosten.

In Dresden bewegt sich der Preis für ein Hauptgericht zwischen 1,25 und etwas mehr als drei Euro, in der Biomensa sind die Preise wegen des dort betriebenen Aufwands höher. In Leipzig ist das preiswerteste Komplettessen für 1,50 Euro zu haben, das teuerste Gericht kostet 3,15 Euro. Öffentliche Kantinen können mit solchen Niedrigpreisen allerdings nicht mithalten. Das preiswerteste Gericht in der Leipziger Rathaus-Kantine kostet 3,30 Euro.