In Brandenburg wird in diesem Jahr an den 200. Geburtstag des Australienforschers Ludwig Leichhardt (1813-1848) erinnert. Brandenburgs Wissenschaftsministern Sabine Kunst (parteilos) überbrachte Grüße von Ministerpräsident Matthias Plat-zeck (SPD) und nannte Ludwig Leichhardt einen herausragenden Wissenschaftler des 19. Jahrhunderts - auch in seiner Bedeutung für Brandenburg. Wissenschaft und Forschung sind heute für Brandenburg entscheidende Standortfaktoren. 250 Forschungsgemeinschaften haben ihren Sitz in der Metropolregion. "Ein Wissenschaftler wie Leichardt fände bei uns heute ein inspirierendes, dynamisches und internationales Umfeld vor." "Kunst zog eine gedankliche Verbindung dazu, dass dies Leichhardts Vermächtnis "für eine erfolgreiche Zukunft diesbezüglich in Brandenburg sein könnte".

Auch Lausitzer waren bei dem Festakt vertreten. Peter Stephan vom Tourismusverband Spreewald sagte: "Ludwig Leichhardt ist mit seiner Entdeckerpersönlichkeit faszinierend für viele Zielgruppen in Tourismus und Kultur. Mit dem Thema können wir sehr viel spielen und in vieler Hinsicht auch die Jugend ansprechen."

Der Cottbuser Oberbürgermeister Frank Szymanski (SPD) nannte Ludwig Leichhardt einen genialen Naturwissenschaftler. "Es ist uns wichtig, seine Leistungen darzustellen, damit sie auch heute bildlich und begreifbar werden. Schließlich war er der berühmteste Deutsche in Australien. Er hat in Cottbus sein Abitur abgelegt - so gut wie seins war meines nicht."

In Australien genießt der Brandenburger Leichhardt bis heute hohes Ansehen. Straßen, Berge, Flüsse, Tiere und Pflanzen tragen seinen Namen. Peter Tesch, Botschafter Australiens in Deutschland erklärte: "Wir feiern Ludwig Leichhardt, weil er ein wichtiges Bindeglied zwischen Deutschland und Australien ist. Dieser Sohn des Spreewaldes und Brandenburgs hat große Fußbabdrücke in der Weltgeschichte hinterlassen."

Leichhardt wurde am 23. Oktober 1813 in der Gemeinde Trebatsch am Schwielochsee (Oder-Spree) geboren. 1844/1845 gelang es ihm als erstem Menschen, Aus-tralien zu durchqueren.

In 15 Monaten legte der Wissenschaftler etwa 5000 Kilometer zurück - zu Fuß. Von Brisbane im Osten nach Port Essington im Westen war er unterwegs. Seit seiner dritten Expedition 1848 gilt er als verschollen.