Denn anders als im vorigen Jahr, als das Land 150 Pädagogen aus dem Schulamt Cottbus in die Berlin-nahe Region zwangsversetzt hatte, gehen in diesem Jahr nur zehn Lehrer - und das freiwillig.
Zufrieden erklärte Bildungsminister Holger Rupprecht gestern im Schulamt Cottbus den Grund dieses „großen Erfolgs“ . 1400 Lehrer zwischen Forst und Herzberg haben das Angebot „Teilzeit schützt vor Versetzung“ angenommen, auf das sich Bildungsministerium, Lehrerverbände und -gewerkschaft im Januar geeinigt hatten. Lieber verzichten sie auf vier Wochenstunden und damit etwa 16 Prozent ihres Bruttoverdienstes, als sich der Gefahr auszusetzen, in den nächsten Wochen den Marschbefehl in Richtung Berlin zu bekommen. Damit hätten sonst bis zu 250 Lehrer rechnen müssen, so der stellvertretende Schulamtsleiter Gerald Boese.
Als Interessenvertreter der Lehrer dämpfte Personalratschef Frank Kramer die Jubelstimmung jedoch etwas. Bis 2008 gebe es im Schulamt Cottbus aufgrund fehlender Schüler rund 800 Lehrer-Vollzeitstellen zu viel. Dieses Problem lasse sich mit Teilzeitangeboten alleine nicht mehr lösen. „Da muss im Landeshaushalt schon zugunsten der Bildung umgeschichtet werden“ , sagte Kramer.