Für mehr als 450 000 Schüler geht es am Montag wieder los. Gebraucht werden im neuen Schuljahr 6000 Ranzen mehr als im alten. Deshalb hat Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU) 1000 zusätzliche Lehrerstellen geschaffen. Damit könne das Schuljahr "reibungslos starten", sagte die Ministerin am Mittwoch in Dresden. Die meisten neuen Lehrer nehmen an den Grundschulen ihren Dienst auf. Dort entstehen rund 340 Stellen. Hinzu kommen 300 an den Oberschulen, 110 an Förderschulen und 50 in der Berufsbildung. Die Gymnasien, wohin die meisten Lehramtsabsolventen drängen, bekommen knapp 160 Stellen obendrauf.

Hier offenbart sich die Asymmetrie auf dem Lehrermarkt: Unterrichten wollen die meisten an Gymnasien in den Metropolen - dünne wird es an den Grund- und Förderschulen, gerade auf dem Land. Drei Viertel aller Bewerber wollen nur in Leipzig und Dresden arbeiten. Alle offenen Stellen zu besetzen, ist auch diesmal nicht gelungen, bestätigt Kurth. Das Einstellungsprogramm läuft weiter.

Inzwischen wird jede fünfte Stelle mit Seiteneinsteigern besetzt. Wo geeignete Lehramtsabsolventen fehlen, stellt die Bildungsagentur diplomierte Chemiker, Mathematiker oder Physiker ein. Auch fangen etliche Gymnasial- und Berufsschullehrer nun erstmal an den Grundschulen und Oberschulen an. Die Opposition ist skeptisch. Die Linken-Landtagsabgeordnete Cornelia Falken beobachtet mit Sorge eine "Tendenz, dass der Lehrerberuf zu einem learning by doing" gerät.