Nie zuvor sei es so schwierig gewesen, Lehrer zu finden, sagt Sachsens Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU). Die Lehrer, die Sachsen für das neue Schuljahr braucht, sind auf dem Arbeitsmarkt schlichtweg nicht zu finden, betont die Ministerin, "weder in Quantität noch in Qualität". Die Konsequenz: Sachsen besetzt 45 Prozent der freien Stellen mit angelernten Bewerbern.

Diese Seiteneinsteiger bilden an den Oberschulen die Mehrheit der neuen Kollegen. An den Gymnasien machen sie vier Prozent aus. Der Einsatz von Anwärtern ohne Lehramtsausbildung ist hoch umstritten - nach Worten der Ministerin allerdings unumgänglich, um den Unterricht abzusichern. Doch bemüht sich Kurth vor Schuljahresbeginn, die Vorteile zu betonen. Seiteneinsteiger, sagte sie am Donnerstag, könnten "mit ihrer beruflichen Expertise auch eine Bereicherung sein". Die Grünen im Landtag sprachen allerdings von einer "Absage an den Qualitätsanspruch von Schule". Kritisiert wird unter anderem die Mehrarbeit für die Stammlehrer, die die Neulinge in der Anfangsphase unterstützen müssen.

Insgesamt beginnen am Montag 1148 neu eingestellte Lehrer ihren Dienst an Sachsens Schulen. Die meisten von ihnen werden an Grundschulen arbeiten. Wie in den zurückliegenden Jahren steigen die Schülerzahlen. Darunter sind auch viele Migrantenkinder, die in mehr als 500 Spezialklassen unterrichtet werden.

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