In Brandenburg sind offenbar mehr Seiteneinsteiger für den Schuldienst eingestellt worden, als es bisher bekannt war. Während Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) kürzlich angegeben hatte, dass nur rund ein Drittel der unbefristet neu eingestellten Lehrkräfte Seiteneinsteiger seien, sieht die Lehrergewerkschaft GEW das anders: „Wir haben insgesamt 1980 Lehrkräfte neu im System, davon 900 Seiteneinsteiger auf befristeten und unbefristeten Stellen“, sagte GEW-Chef Günther Fuchs. „45 Prozent der Lehrkräfte sind im Seiteneinstieg eingestellt worden.“

Fuchs zählt nach eigenen Angaben allerdings auch Seiteneinsteiger, die das berufsbegleitende 500-Stunden-Qualifizierungsprogramm des Landes durchlaufen haben, weiterhin als Seiteneinsteiger. „Die Begrifflichkeit des Seiteneinstiegs ist gekoppelt an den Abschluss als Lehrkraft.“ Vor Journalisten betonte Fuchs, dass die regionalen Verwerfungen im Land deutlich zunähmen. In manchen Regionen des Landes, etwa in der nördlichen Uckermark, der Prignitz und den Regionen um Rathenow und Bad Belzig gebe es über 50 Prozent Seiteneinsteiger. Zudem seien 100 Lehrerstellen auch mehrere Wochen nach Schuljahresbeginn noch gar nicht besetzt, weil die dafür vorgesehenen neuen Lehrer nicht angekommen seien.

Im Grundschulbereich sei mittlerweile jede fünfte Stelle mit Menschen besetzt, die keine Ausbildung als Grundschullehrer hätten. „Für uns bedeutet das, dass die pädagogische Grundversorgung in bestimmten Regionen zur Disposition steht.“ Aus Sicht der GEW müsse es unmittelbar nach der Landtagswahl einen runden Tisch zur Bildungspolitik geben. Zudem müssten deutlich mehr Lehramtsstudenten an den Universitäten ausgebildet werden.

Brandenburg vorm Start ins neue Schuljahr So viele neue Lehrer wie noch nie

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