Nächste Woche streiken Sachsens Landesbedienstete. Die Lehrer machen den Anfang. Sie legen von Montag bis Mittwoch die Arbeit nieder: Montag in der Region Leipzig, Dienstag in Dresden und Ostsachsen, Mittwoch rund um Chemnitz. Dazu riefen die Gewerkschaften, der Lehrerbund und die DBB-Tarifunion am Mittwoch auf. Sie fordern 6,5 Prozent mehr Gehalt sowie die Übernahme der Referendare an Schulen.

Zudem soll die Gehaltsklasse der Lehrer bundesweit einheitlich per Tarifvertrag geregelt werden. Laut Sabine Gerold von der Lehrergewerkschaft GEW und Jens Weichelt vom Lehrerverband ist die Streikbereitschaft der rund 32 000 sächsischen Lehrer sehr hoch. Die zweite Verhandlungsrunde für den öffentlichen Dienst der Länder endete vor zwei Wochen ohne Ergebnis. An jedem Streiktag ist zwischen 11 und 13 Uhr eine Kundgebung am Finanzministerium in Dresden geplant. Zuletzt streikten Sachsens Lehrer im November drei Tage lang.

Die neuerliche Aktion begründet der Lehrerverband mit Bewerbernotstand im laufenden Schuljahr. Deshalb fordert Verbandschef Weichelt zudem 100 Euro mehr für Referendare. Unionspolitiker reagierten mit Unverständnis. Er fordere "mehr Augenmaß auf Seiten der Lehrer", sagte der CDU-Finanzsprecher der Landtagsfraktion, Jens Michel. Auch die Dienstleistungsgewerkschaft verdi und die Polizeigewerkschaft (DPolG) wollen zu Warnstreiks aufrufen. Wann und wo, blieb gestern indes offen.