Der Sächsische Lehrerverband warnte dabei vor einem Personalabbau an allen Schularten. Finanzminister Georg Unland (CDU) hielt an seinen Plänen für eine Fortführung der derzeitigen Teilzeit fest und drohte mit Kündigungen. Zuvor war ein Sondierungsgespräch zwischen Vertretern der Staatsregierung und der Lehrergewerkschaften ergebnislos zu Ende gegangen. Der Vorsitzende des Sächsischen Lehrerverbandes (SLV), Jens Weichelt, machte deutlich, dass durch die Pläne der Staatsregierung für eine steigende Zahl von Schülern weniger Lehrer zur Verfügung stehen würden. "Mit diesen Sparplänen steht die Bildungsqualität ernsthaft zur Disposition", warnte Weichelt. Die Lehrer seien nicht bereit, erneut dafür herzuhalten, Finanzlöcher zu stopfen. Finanzminister Unland wies vor den Demonstranten auf die Folgen einer generellen Vollzeit hin. Wenn der jetzige Bezirkstarifvertrag auslaufe, gebe es 2000 Lehrerstellen zu viel. Dadurch entstünden bis 2014 Mehrbelastungen in Höhe von 380 Millionen Euro. Von den Gewerkschaften erwartete der Minister Verhandlungen ohne Festlegungen und Bedingungen. "Sonst steht der Freistaat alleine da, und es bleiben nur noch arbeitsrechtliche Maßnahmen übrig", sagte Unland. Hintergrund der Protestaktion war ein weiteres Sondierungsgespräch zwischen Vertretern der Staatsregierung sowie der dbb Tarifunion und des SLV, das zeitgleich im Ministerium stattfand. Zur Lösung des Problems hatte der SLV ein Modell zur Ruhestandsregelung eingebracht, wodurch junge Lehrer eingestellt werden könnten. "Vonseiten der Staatsregierung wurden allerdings Bedenken und Vorbehalte dagegen geäußert", sagte Weichelt. Ein Sprecher des Finanzministeriums sagte, man sei sich einig, dass die Gespräche fortgesetzt werden sollten. Einen Termin dafür gebe es noch nicht. Die Staatsregierung sei nach wie vor bereit, mit den Tarifpartnern nach einer gemeinsamen Lösung zu suchen, hieß es. Die drohenden Mehrkosten in Höhe von 380 Millionen Euro seien bei einem Rückgang des Haushaltsvolumens um 1,7 Milliarden Euro nicht zu verkraften, sagte Finanzstaatssekretär Wolfgang Voß. Kultusstaatssekretär Jürgen Staupe fügte hinzu, "wir brauchen die Teilzeitarbeit, um wieder mehr junge Lehrer in Sachsen einstellen zu können. Ohne Bezirkstarifvertrag (BTV) keine Neueinstellungen." Die Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatte ihre Teilnahme an dem Gespräch zuvor abgesagt. GEW-Chefin Sabine Gerold sagte, dass die Gewerkschaft erst wieder an den Verhandlungstisch zurückkehre, wenn das Finanzministerium ernsthafte Gespräche führen wolle. Der BTV für Lehrer an Mittelschulen und Gymnasien mit den vereinbarten Arbeitszeit- und Gehaltskürzungen läuft am 31. Juli aus.