Sachsens Lehrer werden zwischen dem 4. und 6. März zu Warnstreiks die Arbeit niederlegen. Dazu gab der Landesvorstand des Lehrerverbandes am Samstag in Dresden grünes Licht. "Welche Schulen an welchem Tag betroffen sind, wird rechtzeitig bekannt gegeben", teilte Verbandschef Jens Weichelt mit. Die Kollegen seien sehr enttäuscht und aufgebracht über das Verhandlungsergebnis von Potsdam, sagte er. "Zum einen, dass es kein Angebot gegeben hat und zum anderen, dass gerade von Sachsen ein deutlicher Widerstand gegen eine tarifliche Eingruppierung von Lehrkräften ausgeht."

Sächsische Pädagogen seien bis zu zwei Gehaltsgruppen niedriger eingestuft als Kollegen in anderen Bundesländern, machte Weichelt geltend. "Die Spitzenleistungen unserer Lehrer stehen in keinem Verhältnis zu ihrer Bezahlung." Deshalb werde es zunehmend schwerer, Berufsnachwuchs für die 1300 Schulen im Sachsen zu finden.

Weichelt spürt Rückhalt bei den Eltern. "Sie haben mittlerweile verstanden, dass wir nicht mehr den Lehrernachwuchs bekommen, den wir eigentlich bräuchten. Wenn wir in Sachsen keine guten Bedingungen haben, dann werden unsere eigenen Landeskinder in andere Bundesländer gehen. Dieser Trend ist bereits zu beobachten. Und zum anderen werden wir keinen Lehrernachwuchs aus anderen Ländern gewinnen", sagte er. Der Lehrerverband rechnet mit einer regen Teilnahme an den Protesten und berief sich dabei auf eine Mitgliederbefragung.

Demnach hätten 92 Prozent der Befragten angegeben, sich an Protestkundgebungen und Warnstreiks oder Streiks zu beteiligen, um die Tarifverhandlungen zu einem guten Ergebnis zu führen. Die Tarifkommission der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft bespricht am kommenden Mittwoch ihr weiteres Vorgehen. Am Donnerstag war die zweite Tarifrunde ergebnislos beendet worden. Die Gewerkschaften fordern für die Lehrer unter anderem 6,5 Prozent mehr Geld. Die Arbeitgeber halten das für überzogen, legten aber kein Angebot vor. Am 7. und 8. März sollen die Verhandlungen weitergehen.