An zahlreichen Schulen vor allen im Raum Dresden traten die Pädagogen während der ersten drei Unterrichtsstunden in einen Warnstreik. Zugleich gingen Hunderte Lehrer und Schüler auf die Straße, um gegen die Teilzeitpläne der Regierung zu demonstrieren. Kultusminister Steffen Flath (CDU) hat eine Reduzierung der Beschäftigung und Gehälter auf nur noch etwa 62 Prozent vorgeschlagen.
In Dresden beteiligten sich Lehrer von zehn Schulen an den Warnstreiks, weitere Ausstände gab es im Leipziger Süden wie in Borna und Markkleeberg, in Pirna, Meißen, Riesa, Görlitz und Zwickau. Heute ist die Stadt Leipzig Schwerpunkt der Aktionen. Dort werden alle Mittelschulen und Gymnasien bestreikt. Von acht bis neun Uhr ist eine Kundgebung in der Innenstadt geplant. GEW-Chefin Sabine Gerold sprach von einem "sehr erfolgreichen" Auftakt der Warnstreiks. Der Unmut in den Lehrerzimmern sei zum Zorn gewachsen. Der Lehrerberuf dürfe nicht zum Teilzeitjob degradiert und die Funktionstüchtigkeit der Schulen gefährdet werden.
Minister Flath appellierte gegenüber der RUNDSCHAU an die Gewerkschaften, die Schüler nicht für ihre eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Flath will mit der Teilzeitlösung 4760 der rund 18 000 Stellen an Mittelschulen und Gymnasien einsparen.
Am Nachmittag legte die Verhandlungskommission der Gewerkschaften ein erstes Angebot ihrer Seite vor. Zwar werden darin ausdrücklich keine Zahlen genannt, doch sollen rechnerisch die Kollegen ab Sommer noch zu mindestens 90 Prozent und ab Sommer 2006 noch zu über 80 Prozent beschäftigt werden. (Eig. Ber./sh)