Nachdem Brandenburg zum laufenden Schuljahr mehr als 1000 neue Lehrer eingestellt hat, wird das Potsdamer Bildungsministerium erneut auf Lehrersuche gehen. Es geht vor allem um Deutschlehrer, die Kinder aus Flüchtlings- und Asylfamilien unterrichten. "Der starke Zuzug wird uns dazu zwingen, weitere Stellen zu schaffen", sagt der Sprecher des Potsdamer Bildungsministeriums Florian Engels der RUNDSCHAU. Zu Anzahl und Finanzierung konnte er noch keine Aussagen machen. Das richte sich nach dem infolge des Flüchtlingsstromes entstehenden Bedarf.

Im Freistaat Sachsen waren zunächst 50 Lehrkräfte bis zum Ende des Schuljahres befristet eingestellt worden, über weitere wird beraten. Sie können das Fach Deutsch als Zweitsprache unterrichten.

Bereits im Oktober hatte der Haushaltsausschuss des Potsdamer Landtages 240 zusätzliche Lehrerstellen bewilligt, damit auch Flüchtlingskinder unterrichtet werden können. Engels fügt hinzu, dass diese Neueinstellungen gewährleisten, "dass der übliche Unterricht durch mögliche Personalengpässe nicht eingeschränkt wird". In Brandenburg bekommen nun auch verstärkt Seiteneinsteiger eine Chance. Dafür benötigt Potsdam 2015/16 etwa 21 Millionen Euro.

Neben dem Bildungsbereich werden vermehrt Sprachkurse für Flüchtlinge benötigt, denn Sprachkenntnisse sind nach Einschätzung der IHK Grundvoraussetzung für den Weg auf den Arbeitsmarkt. Nach einer IHK-Umfrage sind 58 Prozent der Firmen bereit, Flüchtlinge einzustellen, wenn Sprache und Qualifikation passen.