Die Tafel in der Landes hauptstadt verfügt mittlerweile über drei Ausgabestellen, die während einer Woche rund 1000 Menschen aller Altersklassen mit Lebensmitteln versorgen. "Einen großen Anteil nehmen Hartz-IV-Empfänger ein", sagt Bohrisch. "Die Nachfrage steigt kontinuierlich an." Gleichzeitig sei jedoch die Anzahl der gespendeten Lebensmittel rückläufig, wodurch es zu Engpässen bei der Versorgung komme. Seinen Kollegen der anderen Tafeln im Land gehe es nicht anders. Vor allem die hohen Energiekosten bereiten Probleme.
In der Lausitz gibt es in Cottbus, Bad Liebenwerda, Finsterwalde, Forst, Großräschen, Herzberg, Luckau, Peitz, Senftenberg, Spremberg und Welzow Ausgabestellen.
"Die Tafeln sind der sichtbare Beweis dafür, dass Armut in unserem Land kein Randphänomen ist", sagt Gerd Häuser, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Deutsche Tafeln. Vor allem Langzeitarbeitslose sowie Familien mit Kindern, insbesondere Alleinerziehende, suchen die Unterstützung der Tafeln. Zu den Kunden zählen aber auch Berufstätige und Rentner, deren Einkommen kaum zum Leben reicht.
Es sei kein Zufall, dass sich die Anzahl der Tafeln seit Einführung der Hartz-Gesetze im Jahr 2003 deutschlandweit von damals 320 auf heute fast 800 vervielfacht hat. "Dass es sie überhaupt geben muss, ist ein Armutszeugnis für ein reiches Industrieland wie Deutschland", sagt Häuser. Auch in Brandenburg habe sich die Zahl der Tafeln in den vergangenen fünf Jahren fast verdoppelt.
Der Bundesverband der Tafeln geht in diesem Jahr erstmals von einer Million Menschen aus, die in Deutschland aus wirtschaftlicher Not heraus Unterstützung in Anspruch nehmen. Vor einem Jahr waren es noch 300 000 Bedürftige weniger, die Lebensmittel benötigten. Rund 25 Prozent sind Kinder. Bundesweit gibt es derzeit 795 Tafeln mit mehr als 1700 Ausgabestellen.