Die Lebensmittelspenden, auf die dringend gewartet werde, stehen aber demnach wie gewohnt zur Verfügung. Tafeln geben Lebensmittel weiter, die in Supermärkten, Hotels oder Restaurants nicht verwendet werden können oder sollen. Derzeit sind dort bereits landesweit Hunderte Menschen ehrenamtlich im Einsatz. „Doch das reicht kaum noch aus“, sagte Mueller. „Wir stehen vor einem logistischen Problem.“ Spenden müssen abgeholt, sortiert und verteilt werden.

Genaue Zahlen zu den Bedürftigen, die im Land zur Tafel gehen, gibt es nach Angaben Muellers nicht. Geschätzt sind es pro Woche einige Tausend Menschen, zunehmend Ältere. Deren Rente reiche zum Lebensunterhalt nicht aus.

Neu hinzu kamen Asylbewerber und Flüchtlinge. 2014 seien es nur wenige Hundert Menschen gewesen, 2015 schon rund 3000. „Jeder, der seine Bedürftigkeit nachweisen kann, hat Zugang zu den Spenden“, betonte Mueller. Darüber gebe es keine Diskussion. Die Spenden werden gerecht verteilt - je nach Bedürftigkeit.

„In den vergangenen Jahren ist die Zusammenarbeit mit Spendern noch enger geworden“, sagt Mueller. Große Supermarktketten, aber auch kleine Handwerksbetriebe wie Bäcker geben bereitwillig Lebensmittel ab. „Wir können uns sogar auf regelmäßige Spenden verlassen“, betont er. Menge und Qualität seien gut. Berührend sei, wenn Einzelpersonen einen Schoko-Weihnachtsmann oder ein Paket Kaffee vorbeibringen. „Sie wollen helfen“, sagt Mueller.

In allen Landskreisen und größeren Städten gibt es in Brandenburg Tafeln. Dazu werden Ausgabestellen in kleineren Orten organisiert. Kranke, Schwangere oder Bedürftige, die nicht laufen können, versorgen die Tafel-Mitarbeiter je nach Möglichkeit direkt Zuhause.