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Lebenslange Haft im "Maskenmann"-Prozess gefordert

Frankfurt (Oder). Für die Staatsanwaltschaft ist klar: Der mutmaßliche "Maskenmann" ist der Täter. Er soll die Überfälle auf zwei Millionärsfamilien in Ostbrandenburg verübt haben. In dem Mammutprozess am Landgericht Frankfurt (Oder) hat die Anklagebehörde nun plädiert. dpa/roe

Im "Maskenmann"-Prozess in Frankfurt (Oder) hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten gefordert. Der 47-Jährige sei des versuchten Mordes und versuchten Totschlags schuldig, hieß es am Mittwoch im Plädoyer der Anklagebehörde vor dem Landgericht. Der Angeklagte bestreitet hingegen die Tatvorwürfe.

Der frühere Dachdecker soll Millionärsfamilien in Ostbrandenburg überfallen und einen Bankmanager entführt haben, um Lösegeld zu erpressen. 2011 schlug er laut Anklage in Bad Saarow (Oder-Spree) die Ehefrau eines Berliner Unternehmers nieder. Monate darauf soll er auf ihre Tochter geschossen haben. Ein Wachmann schützte sie mit seinem Körper und ist seither querschnittsgelähmt. Im Jahr darauf soll der Angeklagte einen Manager von dessen Anwesen im nahe gelegenen Storkow mit einem Kajak auf eine Schilfinsel im Storkower See entführt haben. Der Prozess, der vor rund einem Jahr begann, stützt sich allein auf Indizien.

Der Gesamtblick auf deren Anzahl ergebe ein eindeutiges Ergebnis, sagte der Staatsanwalt: "Dann wird das Bild klar, dass der Angeklagte der Täter ist." Das Plädoyer der Staatsanwaltschaft dauerte zwei Verhandlungstage. Aufgelistet wurden zahlreiche Argumente für die Schuld des 47-Jährigen. Demnach hätten ihn einige der Opfer wiedererkannt. Zumindest habe das Entführungsopfer angegeben, dass von insgesamt sieben Stimmproben die des Angeklagten am ehesten zum Täter passe.

Der Prozess geht am 11. Mai weiter, dann werden die Plädoyers der Nebenklage erwartet. Alle vier Opfer sind Nebenkläger.