Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Nick J. im März in Schönewalde (Elbe-Elster) gewaltsam in die Wohnung des Freundes seiner Ex-Frau eindrang, ihn absichtlich mit Benzin übergoss und anzündete. Dabei habe er damit rechnen müssen, dass der Mann stirbt. Das habe er billigend in Kauf genommen, so der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer, Frank Schollbach.

Als Tatmotiv sah das Gericht Eifersucht auf den neuen Partner der Frau, die sich von dem Angeklagten getrennt hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte nur zwölfeinhalb Jahre Haft wegen versuchten Mordes gefordert, die Verteidigung knapp sieben Jahre wegen versuchten Totschlags.

Das Landgericht begründete seine Entscheidung, nicht von einer lebenslangen Haftstrafe abzurücken, vor allem damit, dass das Opfer die Attacke nur sehr knapp überlebt habe. Fast die Hälfte seiner Körperoberfläche sei schwer verbrannt. Drei Monate habe der Mann in akuter Lebensgefahr geschwebt, die Folgen der Verbrennungen hätten ihn für den Rest seines Lebens schwer gezeichnet.

Nick J., ein Russlanddeutscher, der mit seiner Frau vor zehn Jahren nach Deutschland kam, hatte eingeräumt, gewaltsam in die Wohnung des Opfers eingedrungen zu sein. Mit der Benzinflasche habe er ihm und seiner Ex-Frau aber nur drohen wollen. Zum näheren Geschehen hatte er sich auf Erinnerungslücken berufen. Ein Gutachter hatte Nick J. eine Persönlichkeitsstörung bescheinigt. Bei der Tat sei er jedoch voll schuldfähig gewesen.

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