"Mir tut furchtbar leid, was passiert ist - aber ich habe damit nichts zu tun", waren seine letzten Worte vor dem Urteil.
Die 2. Strafkammer des Frankfurter Landgerichts glaubte dem 52-Jährigen nicht und verurteilte ihn zu einer lebenslangen Haftstrafe. "Klaus-Dieter W. ist der Mörder von Heike und Göran Nagler", resümierte der Vorsitzende Richter Matthias Fuchs zum Abschluss des Indizienprozesses. Der Doppelmörder habe zudem eine besonders schwere Schuld auf sich geladen, als er seine 23 Jahre alte Geliebte Heike und den gemeinsamen, vier Monate alten Sohn Göran am 1. Juli 1997 umbrachte und die Leichen am Burgwall von Lossow vergrub.
Damit folgte das Gericht dem Strafantrag der Anklagevertretung. Für Staatsanwalt Christoph Schüler hatte nach der umfangreichen Beweisaufnahme zweifelsfrei festgestanden: "W. handelte mit direktem Vorsatz und aus Habgier - er wollte die beiden loswerden." Jahrelang hatte der spätere Doppelmörder mit der jungen Frau eine heimliche, vor allem sexuelle Beziehung geführt, während er offiziell mit Elfriede L. zusammenlebte. Als Heike Nagler schließlich schwanger wurde, wollte sie das Kind, weil sie hoffte, W. würde sich nunmehr endgültig für sie entscheiden. Laut Gericht hatte der Friedhofsgärtner jedoch gar nicht vor, sich von seiner langjährigen Lebensgefährtin zu trennen.
Als das der enttäuschten heimlichen Geliebten nach der Geburt des kleinen Göran klar wurde, versuchte sie für ihr Kind zumindest die Unterhaltsansprüche bei W. durchzusetzen - ihr Todesurteil. Heike Nagler musste demnach sterben, weil sie ihm permanent wegen der Anerkennung der Vaterschaft für den Sohn in den Ohren lag. Das Kind sollte verschwinden, weil sein leiblicher Vater "für den Bastard nicht 18 Jahre lang zahlen" hatte wollen. Die Umstände, unter denen die beiden ums Leben kamen, werden wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Heike Nagler war laut Gerichtsmedizin mit einem Hammer oder einer Axt der Schädel eingeschlagen worden, die sterblichen Überreste des Babys gaben neun Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden der Mutter keinerlei Hinweise mehr auf mögliche Verletzungen.