Sachsens Auftritt bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin wird in diesem Jahr nochmal ein Stück größer. 200 Quadratmeter mehr Platz als 2012 haben die sächsischen Unternehmen auf der weltgrößten Messe für Ernährung und Landwirtschaft. Die Schau steigt vom 18. bis zum 27. Januar zum 78. Mal. Von den insgesamt 115 000 Quadratmetern auf dem Berliner Messegelände sind 1700 reserviert für Essen und Trinken aus Sachsen, mitsamt dem dazu passenden Lebensgefühl. Das wird vor Ort praktisch vorgelebt von 36 Ausstellern.

Anders als bislang soll diesmal der Reiz des Freistaats als Urlaubsland in den Vordergrund ge-rückt werden. Kurzum die Gesamtheit aus sächsischem Bier, Landbrot aus Colditz, Wein aus Meißen, Käse aus Falkenhain und Aroniasaft.

"Wenn wir uns gemeinsam präsentieren, dann isst und trinkt man in Berlin die ganze Region", sagte Tassilo Lenk, Präsident des Landkreistags, jetzt bei der Vorab-Präsentation der Aussteller in Freital. "Wir wollen zeigen, dass da, wo andere Urlaub machen, gearbeitet und hervorragend produziert wird." Und die dort erzeugte Qualität müsse auch ihren Preis haben, betonte Lenk: "Ansonsten ist es keine Qualität, sondern verflacht bloß in der Preisdiskussion."

Die Grüne Woche ist für Sachsens Regionen eine wichtige Bühne. Um die 1500 Journalisten werden die Messe begleiten. Die können das sächsische Lebensgefühl in alle Welt transportieren.

Ziel von Freistaat und Wirtschaft ist es auch, die Exportquote sächsischer Nahrungsmittel - derzeit rund 10,3 Prozent - dauerhaft zu steigern. Abgesehen vom Werbeeffekt kann an den zehn Messetagen gutes Geld verdient werden.

Im vergangenen Jahr schoben sich 420 000 Besucher durch die Messehallen, jeder ließ dort im Schnitt 100 Euro. "Für unsere Hersteller ist das eine Chance, die eigenen Produkte direkt am Verbraucher zu testen", erklärt Landwirtschaftsminister Frank Kupfer (CDU).

Auch Unsicherheiten beim Verbraucher und Unkenntnis über Nahrungsmittel könnten die Aussteller gleich vor Ort ausräumen. Den Auftritt auf internationaler Bühne lässt sich Kupfer einiges kosten. 460 000 Euro kostet die Miete für das kleine Stück Sachsen in der Messehalle 21b - 70 Prozent der Kosten steuert der Freistaat bei, den Rest zahlen die 18 beteiligten Unternehmen. Die wollen in diesem Jahr glänzen mit Novitäten wie kalorienarmem Bier, neuen Softeis-Sorten oder Backmischungen für Pfannkuchen.

Zum ersten Mal dabei ist die Firma Bernhard Werner Nahrungsmittel aus Freital. Das 115 Jahre alte Unternehmen startete nach der Wende neu mit genau drei Produkten: Klöße halb und halb, Thüringer Klöße und Puffer. Mittlerweile ist die Palette auf 25 Produkte angewachsen, von der Kartoffelsuppe über Erbspüree bis hin zur Quarkkeulchenmischung. 20 Mitarbeiter beschäftigt der Freitaler Betrieb, der bereits von der CMA mit der Bronzemedaille für hervorragende Qualität ausgezeichnet wurde.

Das Haus wirbt mit regionaltypischen Rezepturen und weitgehend naturbelassenen Zutaten. Am 21. Januar findet auf der Grünen Woche der traditionelle Sachsentag statt, dann macht auch Minister Kupfer seine Runde bei den Ausstellern.

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