Auf den Hinweis des Kommandeurs, Heuss müsse die Soldaten beim Abschreiten der Formation auch anschauen, habe der in schönstem Schwäbisch geantwortet: "Das kann ich nicht, dann falle ich hin." Das war im März 1960 und Schreiber als Bundeswehrsoldat bei der Deutschen Delegation der Allied Forces Central Europe (AFCENT) stationiert - wie rund 400 weitere deutsche Soldaten mit ihm."Die jetzt geplante Stationierung eines deutschen Bataillons der deutsch-französischen Brigade im Elsass ist nicht der erste dauerhafte Aufenthalt deutscher Soldaten in Frankreich seit dem Zweiten Weltkrieg", sagt Schreiber und blättert in einem Album mit Fotos und anderen Erinnerungsstücken an seine Bundeswehrzeit in Frankreich. Der heute 70-Jährige gehörte damals zu einem deutschen Stabsbataillon, das für die Versorgung und das Fernmeldewesen aller in Fontainebleau stationierten Truppen zuständig war. "Wir haben gelebt wie Gott in Frankreich, wurden gut bezahlt und hatten Freizeitmöglichkeiten, von denen man in der Bundesrepublik 15 Jahre nach Kriegsende nur träumen konnte", schwärmt der jetzt in Lübeck lebende Journalist."Schon von 1957 bis zum Rückzug Frankreichs aus der Nato 1966 gab es deutsche Truppen in Frankreich - im Rahmen des Kommandos AFCENT", erklärt Schreiber. Das wurde nach Angaben des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in Potsdam am 20. August 1953 als Hauptquartier der Nato-Streitkräfte in Europa gegründet. Das deutsche Stabsbataillon in Fontainebleau wurde 1957 aufgestellt - auf ausdrücklichen Wunsch Frankreichs, wie Schreiber betont.