Verschiedene Hilfs- und Beratungsstellen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen versuchen, Übergewicht und Adipositas zu bekämpfen. Die AOK Sachsen plant ein Adipositas-Präventionsprogramm, dass bereits bei Vierjährigen ansetzen wird. Der Freistaat Thüringen hat bereits 2004 die Kampagne "Gesund leben - Jemand dagegen?" ins Leben gerufen. Ziel der Aktion sei es, die Öffentlichkeit für die Themen Ernährung, Bewegung und Stressreduktion zu sensibilisieren und damit der Fettleibigkeit vorzubeugen.
Die stetige Gewichtszunahme der Deutschen bringt zudem enorme volkswirtschaftliche Kosten mit sich. Allein die deutschen Krankenkassen geben den Angaben zufolge jedes Jahr rund 45 Milliarden Euro für ernährungsbedingte Krankheiten aus. Die Gesamtkosten für die deutsche Volkswirtschaft versuchen Forscher der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg im Rahmen einer Promotion abzuschätzen. Zudem suchen sie nach ökonomischen Erklärungen für die Zunahme der Fettleibigkeit in der Bundesrepublik.
"Europa und Deutschland stehen kurz vor einer Adipositasepidemie", warnte Haustein. Starkes Übergewicht sei ein Risikofaktor für viele so genannte Zivilisationskrankheiten wie Bluthochdruck, Arthritis, Brustkrebs, Atemwegserkrankungen, Gicht und Schlaganfälle. Mittlerweile bekommen laut Haustein selbst Kinder gewichtsbedingte Krankheiten wie Diabetes Typ 2, die volkstümlich auch als Altersdiabetes bezeichnet wird.
Die Ursachen für Übergewicht und Adipositas sind vielfältig. Individuelle Gründe wie Minderwertigkeitsgefühle, genetische Faktoren oder Langeweile können nach Expertenangaben in Verbindung mit Bewegungsmangel und Überernährung zu Übergewicht führen. Gesellschaftliche Hintergründe wie anerzogene Essgewohnheiten, der Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft und der individuelle Bildungsstand werden zusätzlich als Gründe angeführt.
Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e.V. sind in Deutschland inzwischen 65 Prozent der Männer und etwa 55 Prozent der Frauen übergewichtig. Rund 1,5 Prozent davon sind sogar adipös, also krankhaft übergewichtig. Zudem bringen rund ein Fünftel der Kinder und Jugendlichen unter 18 zu viel auf die Waage.

Hintergrund Risiko Fettleibigkeit
 Obwohl sie oft als Synonyme verwendet werden, bezeichnen die Begriffe Adipositas und Übergewicht nicht dasselbe. Adipositas liegt nur bei einem beträchtlichen Übergewicht vor, und zwar bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 30 und höher. Es handelt sich dann um eine therapiebedürftige Fettleibigkeit. Bei Frauen ist ein BMI von 20 bis 24, bei Männern von 20 bis 25 normal. Ursache der Fettleibigkeit ist Expertenmeinungen zufolge hauptsächlich Überernährung. Sie erhöht unter anderem das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes und Gicht. Im Jahre 2000 waren weltweit 300 Millionen Menschen fettleibig, davon 115 Millionen in Entwicklungsländern. Europaweit sind 10 bis 20 Prozent der Männer und 15 bis 25 Prozent der Frauen adipös.