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Leben auf dem Land – ohne Zukunft?

Cottbus. Je weniger Menschen in einem Gebiet leben, umso teurer wird die Infrastruktur. In der RUNDSCHAU-Zukunftsserie "Lausitz 2030" stellt Prognos-Chef Christian Böllhoff die Frage aller Fragen: Wer soll das bezahlen? Johannes M. Fischer

Ein erschütternd offenes Bild hat der Geschäftsführende Gesellschafter der Prognos AG Christian Böllhoff für die RUNDSCHAU-Serie "Lausitz 2030" gezeichnet: Die Folgen der schrumpfenden Bevölkerung bekommen vor allem Menschen zu spüren, die auf dem Land wohnen und leben. "Je stärker die Bevölkerung schrumpft", so Böllhoff, "desto häufiger werden wir entscheiden müssen, ob wir uns Infrastruktur in den ländlichen Regionen noch leisten wollen - und wenn ja, wer die Kosten trägt."

Die Lausitz leidet stark unter dem Bevölkerungsrückgang. 1990 lebten in der Region 1,4 Millionen Menschen. Demografie-Experten schätzen, dass es im Jahr 2030 nur noch 870 000 Menschen sein werden - ein Verlust von fast 40 Prozent.

Beispiele für die teurer werdende Infrastruktur nennt Böllhoff auch: Schulen, Krankenhäuser, Abwasser - im Prinzip die gesamte Palette der Daseinsvorsorge. Wolle man an dem Anspruch festhalten, Infrastruktur "zu jeder Zeit an jedem Ort zum gleichen Preis" aufrechtzuerhalten, zöge dies höhere Preise für alle - auch der städtischen Bevölkerung - nach sich. Je stärker sich Stadt und Land auseinander entwickelten, "desto mehr werden urbane Räume die Kosten für die ländlichen Räume tragen müssen".

Thema des Tages Seite 3

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