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Lausitzwirtschaft im Hacker-Visier

Potsdam. Internetkriminelle haben die Lausitzer Wirtschaft im Visier. Kundendaten würden gehackt, ganze Systeme lahmgelegt oder Geld erpresst, die Probleme nähmen zu, sagte Gundolf Schülke, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Ostbrandenburg, am Donnerstag in Potsdam. si/bl

Die Kammern in Brandenburg arbeiten in einer Arbeitsgemeinschaft zusammen, um ihre Mitgliedsunternehmen beim Schutz vor Angriffen aus dem Internet zu unterstützen. Die entstandenen Schäden hätten mittlerweile eine gewaltige Größenordnung angenommen. Allein 18 Prozent des Gesamtschadens hatten Hacker verursacht.

Die Kammern der Region stellten am Donnerstag eine aktuelle Befragung ihrer Mitglieder vor. Angeschrieben wurden rund 6100 Betriebe, knapp 1700 davon antworteten.

Nach der Untersuchung hat sich beispielsweise die Zahl der Hackerangriffe seit 2010 mit knapp zwölf Prozent der Fälle auf 27,4 Prozent 2016 mehr als verdoppelt. Vor allem Dienstleister (34,6 Prozent) und Industriebetriebe (24 Prozent) seien von Hackern und Erpressern am meisten betroffen gewesen.

Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus, sprach gegenüber der RUNDSCHAU von Lausitzer Industriebetrieben, die mehrmals pro Woche von Internetkriminellen attackiert werden. Die Dunkelziffer sei aber nach wie vor hoch. Viele Angriffe würden nicht angezeigt. Firmen scheuten sich davor, weil sie ihren Versicherungsschutz nicht verlieren wollten und die Aufklärungsquote so niedrig sei. Noch immer unterschätzten viele Mittelständler die Gefahren, dabei könnten regelmäßige Sicherheits-Updates viele Schäden schon vermeiden.