Brandenburgs Bildungsministerin Martina Münch (SPD) bedauert den Rücktritt sehr. "Ich war zunächst erschüttert und konnte es nicht glauben", so die Cottbuser Katholikin. "Ich habe Papst Benedikt XVI. sehr geschätzt. Von ihm ging eine große spirituelle Kraft aus." Die Bildungsministerin kann sich noch gut an einen seiner Deutschlandbesuche erinnern. "Ich habe den Papst 2006 in München selber getroffen. Die Begeisterung, die er besonders bei jungen Menschen ausgelöst hat und die Fähigkeit, seinen Glauben in die Welt zu senden und andere zu überzeugen, haben mich fasziniert", berichtet Münch.

Völlig überrascht zeigte sich der Propst aus Cottbus, Thomas Besch. "Mich hat die Nachricht vom Papstrücktritt wie ein Blitz aus heiterem Himmel getroffen", sagt der Propst. "Die Entscheidung ist ungewöhnlich, verlangt aber höchsten Respekt." Papst Benedikt XVI. habe seine Schwächen nicht versteckt. "Geistig war er noch rege, aber das Alter und seinen angeschlagenen Gesundheitszustand hat man ihm schon angesehen."

Der CDU-Landesvorsitzende in Brandenburg, Michael Schierack, kann die Rücktrittsentscheidung des Papstes menschlich nachvollziehen, auch wenn sie "untypisch" sei. "Ich habe bei der Erklärung eine kranke Stimme gehört", sagte Schierack, "daher respektiere ich diesen Schritt". Papst Benedikt XVI. habe während seines Pontifikates viele Akzente setzen können. "Er hat das fortgesetzt, was Papst Johannes Paul II. begonnen hat: auch junge Menschen für den Glauben zu begeistern." Dabei habe er viel menschliche Wärme und Herzlichkeit ausgestrahlt.

Für den Katholiken Schierack scheint der Schritt gut durchdacht. "Bei seinem Vorgänger haben wir den Sterbensprozess monatelang miterlebt, insofern hat sich Papst Benedikt richtig entschieden."

Der Wittichenauer Pfarrer Johannes Magiera sprach von einer "überraschenden Nachricht", die aber nicht so erschütternd sei, dass sich die Kirche ändere. Er habe den Papst als geistlichen Mann erlebt. Seine Art zu reden und zu schreiben habe seinen Glauben verständlich zum Ausdruck gebracht. Es sei traurig, dass diese Situation eintrete - "aber er musste nicht aus einem Versagen zurücktreten, bei ihm war es ein gesundheitlicher Grund".

Der Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, erklärte: "Der Rücktritt des Papstes bewegt mich sehr. Benedikt XVI. nimmt sich als Person zurück, um der Bedeutung des Amtes willen. Ich empfinde großen Respekt für diesen mutigen Schritt, der Ausdruck eines hohen Verantwortungsbewusstseins ist. Benedikt XVI. hat das Amt als brillanter wissenschaftlicher Theologe und als gradlinige Persönlichkeit geprägt."