| 02:33 Uhr

Wahl
Ein Bundestag, 13 Bürgermeister

Musterwahlschein für den Wahlkreis 62, Dahme-Spreewald – Teltow-Fläming III – Oberspreewald-Lausitz I. Neun Kandidaten treten zur Direktwahl an. Für die Zweitstimme wurden 15 Landeslisten zugelassen.
Musterwahlschein für den Wahlkreis 62, Dahme-Spreewald – Teltow-Fläming III – Oberspreewald-Lausitz I. Neun Kandidaten treten zur Direktwahl an. Für die Zweitstimme wurden 15 Landeslisten zugelassen. FOTO: landeswahlleiter
Cottbus. Am Sonntag ist Wahltag. Deutschlands Wähler sind aufgerufen, den neuen Bundestag zu wählen. Hinzu kommen in manchen Orten Abstimmungen wie in Berlin zum Flughafen Tegel oder Kommunalwahlen. So werden in 14 Lausitzer Orten am Sonntag neue Bürgermeister bestimmt. Die RUNDSCHAU hat den Überblick über alle wichtigen Fakten zur Wahl: Bodo Baumert

Bürgermeister: Über den Chef der kommunalen Verwaltung wird am Sonntag unter anderem in Luckau (LDS), Doberlug-Kirchhain, Elsterwerda, Falkenberg, Finsterwalde, Herzberg (alle EE), Calau, Großräschen, Vetschau (alle OSL) sowie Kolkwitz (SPN) abgestimmt. In der sächsischen Oberlausitz wird unter anderem in Rietschen, Trebendorf und Weißwasser (alle Kreis Görlitz) der Bürgermeister gewählt. Die Wahlberechtigten haben jeweils eine Stimme, die sie einem der Kandidaten geben können.

Um die Wahl zu gewinnen, muss ein Bewerber mehr als die Hälfte der abgegebenen gültigen Stimmen erhalten. Das muss zugleich mindestens 15 Prozent der wahlberechtigten Personen entsprechen. Ist das nicht der Fall, kommt es zur Stichwahl zwischen den beiden Bewerbern mit den meisten Stimmen im ersten Wahlgang. In Brandenburg ist dafür der 14. Oktober angesetzt. Erfüllt auch in dieser Abstimmung keiner der beiden die Mindestanzahl an Stimmen, wird der Bürgermeister oder Oberbürgermeister vom Stadtrat oder der Gemeindevertretung gewählt.

Bundestag: Bei der Abstimmung zum Bundestag hat jeder Wähler zwei Stimmen. Die Erststimme ist für einen Kandidaten aus dem Wahlkreis. Wer hier die meisten Stimmen - und sei es auch nur eine einzige Stimme Vorsprung - auf sich vereint, zieht automatisch in den Bundestag ein, egal ob seine Partei das schafft oder er ein Einzelbewerber ist.

Die zweite Stimme geht an eine Partei oder Liste. Diese steht rechts auf dem Wahlschein. Um als Partei in den Bundestag einzuziehen, müssen mindestens fünf Prozent aller abgegebenen Stimmen im ganzen Land geholt werden. Alternativ reichen auch drei Direktmandate, um als ganze Partei in den Bundestag einzuziehen.

Entsprechend der Zweitstimmen bekommt eine Partei Sitze im Bundestag. Insgesamt sind 598 zu vergeben, die Hälfte davon an die direkt gewählten Kandidaten. Hat eine Partei mehr Direktkandidaten, als ihr laut Zweitstimme zustehen, wird der Bundestag erweitert und mit sogenannten Überhangmandaten aufgefüllt - so lange, bis wieder die prozentualen Anteile entsprechend der Zweitstimmen gegeben sind. Da die kleineren Parteien zunehmend Anteile gewinnen und die großen Volksparteien Stimmen verlieren, rechnen Wahlforscher diesmal mit einem besonders großen Bundestag, da es viele Überhangmandate geben könnte.

Wahlschein: Jeder Wahlberechtigte hat per Post eine Wahlbenachrichtigung bekommen. Mit dieser kann er entweder am Sonntag in das angegebene Wahllokal gehen und dort seine beiden Kreuze auf den Wahlschein machen. Alternativ kann mit der Benachrichtigung auch ein Wahlschein für die Briefwahl beantragt werden. Dieser muss per Post oder Einwurf bei der jeweils angegebenen Wahlbehörde abgegeben werden. Die Briefwahl kann noch bis zum heutigen Freitag um 18 Uhr beantragt werden. Für eine postalische Rücksendung ist es dann aber zu spät. Man kann auch direkt bei der Wahlbehörde seinen Wahlschein ausfüllen und in eine bereitgestellte Briefwahlurne werfen. Die Wahlbriefe werden dann am Sonntag mit den anderen Stimmen ausgezählt.

Blindenwahl: Manche Wähler wundern sich, dass auf ihrem Wahlschein eine Ecke abgeschnitten oder gelocht ist. Das ist kein Versehen und auch kein Manipulationsversuch. Die markierte Ecke ist nur wichtig für Sehbehinderte. Sie können über die Blindenverbände eine Wahlschablone beantragen. Diese können sie an der markierten Ecke ansetzen und so eigenständig und ohne Beeinflussung ihre Kreuze machen. Auf der Schablone sind die Namen der Kandidaten und Parteien in Blindenschrift lesbar.

Wahlstatistik: In manchen Wahlkreisen hat es bereits verwunderte Fragen der Bürger gegeben. Diese haben bei der Briefwahl einen Aufdruck oben rechts auf ihrem Wahlschein gefunden, etwa: A. Mann, 1993 - 1999. Wird damit die geheime Wahl umgangen und heimlich der Wahlzettel markiert? Nein. Es handelt sich lediglich um eine statistische Erfassung, die in einigen ausgesuchten Wahlbezirken durchgeführt wird. Der Wähler bleibt anonym. Die Information zu Altersklasse und Geschlecht dient lediglich der Wahlstatistik, die im Nachhinein erstellt wird. So lässt sich beispielsweise über die Stichprobe erfassen, wie viele Stimmen die Parteien in den einzelnen Altersgruppen geholt haben.

Alle Infos zur Wahl: www.lr-online.de/bundestagswahl