Die Touristiker des Lausitzer Seenlandes packen ein Schlüsselproblem der jungen Reiseregion an, die aus der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft erwächst. Sachsen und Brandenburger überwinden Grenzen, indem sie ein zentrales Steuerungsinstrument für die Vermarktung schaffen - den Tourismusverband Lausitzer Seenland.

Jürgen Ittmann, Wirt der Gaststätte "Zum Anker" in Klein Partwitz (Landkreis Bautzen), zeigt sich darüber sichtlich zufrieden. Der Lausitzer, dessen Familie ihre Existenz als touristischer Dienstleister im Beherbergungs- und Gastgewerbe sowie als Anbieter von Freizeit-Aktivitäten am Wasser bestreitet, hat aber auch hohe Erwartungen an den neuen Tourismusverband Lausitzer Seenland. "Alle Leistungen für Gäste müssen dies- und jenseits der Landesgrenze gleichermaßen gut vermarktet werden", fordert der Sachse. Bisher seien seine barrierefreien Ferien-Bungalows in Brandenburger Tourist-Informationen nicht offensiv vermittelt worden. Denn der Tourismusverein in Senftenberg war bislang selbstverständlich zuerst seinen zahlenden Mitgliedern verpflichtet.

Das ändert sich sofort, verspricht Kathrin Winkler, die frisch berufene Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland. "Der klare Vorteil unserer neuen Vermarktungsstruktur für die touristischen Leistungsträger und die Gäste ist, dass es nur ein Produkt Lausitzer Seenland gibt und nur einmal angefragt werden muss, egal ob der brandenburgische oder der sächsische Teil angesteuert wird", erklärt die Tourismus-Expertin. "Wir wollen Kräfte zügig bündeln, um die Marke Lausitzer Seenland langfristig im Tourismus zu profilieren", ergänzt sie. Mit der Kernbotschaft, die junge und aktive Reiseregion mit Angeboten am und auf dem Wasser in einer faszinierenden Landschaft im Wandel zu sein, will der Tourismusverband das Lausitzer Seenland zunächst am deutschen und europäischen Reisemarkt platzieren - später auch international.

Die Reiseregion ist dafür auf eindringliche Empfehlung von Experten klar abgegrenzt worden. Sie reicht vorerst vom Bergheider See im Süden Brandenburgs bis zum Bärwalder See im Nordosten Sachsens. "Das gehört zur Produktwahrheit. Wo Lausitzer Seenland drauf steht, muss auch Lausitzer Seenland drin sein", betont Michael Vetter, der Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB). Dieser und der sächsische Seenland-Verband (LSS), die ausschließlich für die Entwicklung der Infrastruktur zuständig sind, sind Mitgründer des Tourismusverbandes Lausitzer Seenland.

Und der trommelt allein und ausschließlich für die neue Reiseregion. Dafür werden jetzt der Internet-Auftritt aufgepeppt, ein gemeinsames Gastgeberverzeichnis erstellt und ein zentrales Zimmer-Buchungssystem in Angriff genommen. Zudem hat sich der neue Tourismusverband auf die Agenda geschrieben, den alle Seen verbindenden Lausitzer Seenland-Radweg möglichst schnell zertifizieren zu lassen. "Dann können wir den Radweg und die touristischen Angebote am Weg deutschlandweit vermarkten", sagt Kathrin Winkler.

Zum Thema:
47 Gründungsmitglieder aus Brandenburg und Sachsen haben den Tourismusverband Lausitzer Seenland aus der Taufe gehoben. Der Verein z wischen Bärwalder See (Kreis Görlitz) und Bergheider See (Elbe-Elster) sowie Altdöberner und Senftenberger See (Oberspreewald-Lausitz) mit 13 000 Hektar Wasserfläche der 23 Seen, von denen zehn über Kanäle schiffbar miteinander verbunden werden . des Seenland-Tourismusverbandes ist Oberspreewald-Lausitz-Landrat Siegurd Heinze (parteilos). Als fungiert der Bautzener Landrat Michael Harig (CDU). Der Vorstand ist besetzt. Brandenburg vertreten neben dem Landrat zudem Michael Vetter, Vorsteher des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Brandenburg (LSB), Senftenbergs Bürgermeister Andreas Fredrich (SPD), Touristiker Eckhard Hoika (Altdöbern) und Birgit Zuchold (SPD), die Welzower Bürgermeisterin. Für Sachsen arbeiten Daniel Just, Geschäftsführer des Zweckverbandes Lausitzer Seenland Sachsen (LSS), Hoyerswerdas Oberbürgermeister Stefan Skora (CDU), Touristiker Jörg Krause (Hoyerswerda) und Kirstin Zinke, Museumsleiterin der Energiefabrik Knappenrode, im Vorstand.