Doch durch die große Ausdehnung der Seen zwischen Sachsen und Brandenburg kommt trotzdem ein großes Volumen zusammen.

In der Vergangenheit wurde dieses auch schon genutzt, um Hochwasserwellen die Spitze zu nehmen. Zum Beispiel im August und September 2010. Damals flossen mehr als fünf Millionen Kubikmeter aus der Neiße in den Berzdorfer See. Die Spree wurde von fast siebeneinhalb Millionen Kubikmetern Wasser entlastet, die in die sächsischen Speicher Dreiweibern und Lohsa II umgeleitet wurden. Aus der Schwarzen Elster flossen rund 13 Millionen Kubikmeter in den Geierswalder See.

Für eine dauerhafte Nutzung der Bergbauseen sieht Wolfgang Genehr von der Regionalabteilung Süd des Brandenburger Landesumweltamtes jedoch mehrere praktische Hindernisse. "Das Wasser müsste schnell wieder aus den Seen raus, damit der Stauraum zur Verfügung steht, wenn das nächste Hochwasser kommt", beschreibt Genehr ein Problem.

Bei Talsperren sei das einfach. Sie seien direkt in den Flusslauf eingebunden, mit großem Gefälle zwischen oberer Staukante und dem tief gelegenen Auslauf.

Bei den Tagebauseen seien die Überleiter von relativ geringer Dimension und mit wenig Gefälle. "Wir haben dazu weitere Untersuchungen begonnen, um herauszufinden, ob es da eine Lösung gibt", so Genehr.

Ein weiteres Problem sei die Verbindung der Seen miteinander. Steuervorgänge würden dadurch schwieriger. Geklärt werden müsse auch, wie sich durch eine Nutzung zur Hochwasserregulierung eventuell die Wasserqualität in der Restlochkette verändert und andere bergtechnische Probleme. "Die Tagebaurestlöcher sind ja nicht als Speicherbecken gebaut worden", gibt Genehr zu bedenken.