Die Vorsitzende des Förderkreises, Lea Rosh, und der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, Gideon Joffe, erinnerten an den Überfall auf das Spremberger Redaktionsgebäude der Rundschau . Die Lausitzer Rundschau habe sich mit ihren Berichten und Leitartikeln über den Rechtsextremismus den Ruf erworben, ein "hellwaches Medium" zu sein, das seiner Wächterfunktion engagiert nachkomme. "Wir waren uns sehr einig, dass wir den richtigen Preisträger haben", sagte Rosh.

Fischer bezeichnete den Preis als "Auftrag, den wir verantwortungsbewusst und dankbar entgegennehmen". Als die Neonazis die Redaktion besuchten, hätten sie Hass hinterlassen. "Aber allen in der Redaktion war sehr schnell klar: Jetzt erst recht." Die Rundschau habe ihre Anstrengungen zur Aufklärung gegen rechts verstärkt, und dies auch "laut und deutlich gesagt". "Wir lassen uns dieses schöne, dieses eine, freie Leben, das uns gegeben wurde, nicht einfach kaputt machen", sagte Fischer. Die Redaktion habe weiter recherchiert, und über illegale Hitler-Gedenk-Veranstaltungen oder die Beziehungen von Rechten ins Rockermilleu berichtet. "Da geht es los bei Kinderpornographie und endet bei Mord." Und in Spremberg veranstaltete die Redaktion ein "Fest der Vielfalt". "Es war ein fröhliches Fest für etwas, nämlich für Toleranz, Freiheit und Lebensfreude", so Fischer. "Wir zeigen damit, dass Einschüchterungsversuche uns nur willensstärker machen, mehr zur Aufklärung rechtsextremistischer Umtriebe beizutragen."