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| 02:40 Uhr

Lausitzer rüsten auf

Um Schreckschusswaffen und dazugehörige Munition in der Öffentlichkeit tragen zu dürfen, benötigt man den kleinen Waffenschein. Da aber niemand genau weiß, wie viele dieser Waffen tatsächlich im Umlauf sind, zweifelt selbst die Gewerkschaft der Polizei am Sinn des Scheines.
Um Schreckschusswaffen und dazugehörige Munition in der Öffentlichkeit tragen zu dürfen, benötigt man den kleinen Waffenschein. Da aber niemand genau weiß, wie viele dieser Waffen tatsächlich im Umlauf sind, zweifelt selbst die Gewerkschaft der Polizei am Sinn des Scheines. FOTO: Archivfoto: dpa
Cottbus/Dresden. Immer mehr Brandenburger und Sachsen rüsten sich mit frei verkäuflichen Waffen aus. Ihr subjektives Sicherheitsgefühl hat nach Experteneinschätzung stark gelitten. Deshalb statten sie sich für eine Gefahrenabwehr aus. Christian Taubert

Der Absatz von Pfefferspray, Schreckschusspistolen und anderen frei verkäuflichen Waffen ist in Brandenburg und Sachsen in den zurückliegenden Monaten um ein Vielfaches gestiegen. In Cottbus-Sachsendorf spricht Geschäftsfrau Anke Knappick gegenüber der RUNDSCHAU von einer Umsatzsteigerung um das 20-fache bei Pfefferspray.

Hinzu kommt, dass immer mehr Bürger den sogenannten kleinen Waffenschein beantragen, der zum Führen derartiger Waffen berechtigt. In Brandenburg gab es laut Polizeipräsidium Potsdam Ende des Vorjahres insgesamt 7036 gültige kleine Waffenscheine. Im Jahre 2014 waren es noch 6491. Diese Tendenz bestätigt sich auch Sachsen. Im Freistaat hat die Zahl der Menschen mit einer waffenrechtlichen Erlaubnis, die im Nationalen Waffenregister gespeichert sind, seit 2014 um knapp 3000 auf inzwischen 37 579 zugenommen.

"Die Bürger haben ein gesteigertes Sicherheitsbedürfnis", erklärt der Geschäftsführer des Verbandes Deutscher Büchsenmacher und Waffenhändler, Ingo Meinhard, die Tendenz der zunehmenden Bewaffnung.

Für den Landesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Brandenburg, Andreas Schuster, seien Waffen kein Ausweg aus der allgemeinen Verunsicherung und der Angst vor dem Ungewissen. "Der Staat muss dafür sorgen, dass sich die Bürger sicher fühlen", betont Schuster. Das heiße auch, dass die Polizei personell wieder besser ausgerüstet werden muss.