Vorbehaltlich der Zustimmungen der schwedischen Regierung und des Bundeskartellamtes soll der Eigentümerwechsel Ende August perfekt sein. EPH übernimmt Anlagen mit einem Buchwert von 3,4 Milliarden Euro und Barmittel von 1,7 Milliarden Euro. Damit wechseln auch sämtliche Verpflichtungen von Vattenfalls Braunkohlebranche einschließlich der Rekultivierung auf die Seite des Käufers.

Nach Auskunft von Vattenfall haben sich die Erwerber verpflichtet, für drei Jahre keine Gewinne aus den Unternehmen zu holen. Bis 2020 werde es keine betriebsbedingten Kündigungen geben, so Rüdiger Siebers, Gesamtbetriebsratsvorsitzender des Tagebaubereiches.

Der Erwerb fuße auf der Überzeugung, dass Braunkohle weiterhin eine tragende Rolle spielen wird, so EPH-Vorstand Jan Springl: "Auf mittlere Sicht rechnet man mit einer Erholung des Energiemarktes."

In Brandenburg und Sachsen wurde die Verkaufsentscheidung überwiegend mit Erleichterung aufgenommen. "Die monatelange Unsicherheit für die Braunkohlekumpel, ihre Familien und die ganze Region hat damit ein Ende", sagte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD).

Kritik kam von der Umweltorganisation Greenpeace, die am Montag vor der Vattenfallzentrale in Berlin gegen den Verkauf protestierte und von der Fraktion Bündnis90/Grüne im Potsdamer Landtag. Fraktionschef Axel Vogel zweifelt an der Sicherung der Rekultivierungskosten.

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