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| 02:38 Uhr

Lausitzer Reisebus brennt aus – 18 Tote

Tragödie auf der A9 in Oberfranken: In dem komplett ausgebrannten Reisebus aus Löbau starben 18 Menschen.
Tragödie auf der A9 in Oberfranken: In dem komplett ausgebrannten Reisebus aus Löbau starben 18 Menschen. FOTO: dpa
Stammbach. Ein Bus des Reiseunternehmens Reimann-Reisen aus Löbau (Landkreis Görlitz) hat am Montagvormittag auf der Autobahn A 9 in Oberfranken nach einem Auffahrunfall Feuer gefangen. Bei den 46 Passagieren handelte es sich überwiegend um Senioren aus Sachsen und Brandenburg. Joachim Dankbar(Frankenpost Hof) und Jan Siegel

Es handelt sich um einen der schwersten Busunfälle der deutschen Geschichte. Dabei sind am Montag auf der Autobahn A 9 bei Stammbach im Landkreis Hof insgesamt 18 Menschen gestorben. Sie waren Insassen eines vollbesetzten Reisebusses aus der Oberlausitz. Der Bus war auf dem Weg nach Trient in Südtirol. Kurz vor 7 Uhr näherte sich der Bus einer Baustelle bei Stammbach (Landkreis Hof). Dort werden schon seit einigen Wochen die Fahrbahn und die Leitplanken erneuert. Trotz der frühen Tageszeit begann sich der Verkehr vor der Baustelle bereits zu stauen.

Aus bislang ungeklärter Ursache fuhr der Reisebus auf einen vor ihm fahrenden Sattelschlepper auf.

Obwohl es sich nach vorliegenden Spuren um einen eher leichteren Auffahrunfall handelte, ging der vollbesetzte Bus offenbar sofort in Flammen auf. Experten schließen derzeit nicht aus, dass das Fahrzeug schon gebrannt hat, als es auf den Lkw auffuhr.

Als die ersten Helfer der Freiwilligen Feuerwehren aus der Region nur zehn Minuten nach dem Alarm an der Unfallstelle eintrafen, bot sich ihnen ein schreckliches Bild. Der Bus stand bereits vollständig in Flammen. Die Hitze sei so enorm gewesen, dass sich die Helfer dem Fahrzeug nicht einmal mehr nähern konnten, berichten sie an der Unfallstelle. Hilflos hätten sie zusehen müssen, wie die noch im Bus befindlichen Passagiere, sofern sie zu diesem Zeitpunkt noch lebten, in den Flammen umkamen.

Bislang ist noch völlig unklar, wie sich überhaupt noch 30 Menschen aus dem Bus retten konnten. Das Fahrzeug war in den Straßengraben gerutscht und hatte sich dazu noch auf die Seite der Eingangstüren geneigt.

Nach Angaben der Polizeidirektion Oberfranken handelt es sich bei den Passagieren ganz überwiegend um Senioren im Alter bis zu 81 Jahren. Die Überlebenden erlitten zum Teil schwerste Verletzungen. Zwei der Verletzten sollen sich in einem lebensbedrohlichen Zustand befinden.

Das Potsdamer Innenministerium teilte am Montagabend mit, dass vier Brandenburger, die zu der Reisegruppe gehörten, das Unglück überlebt haben. Sie kommen nach Angaben des Ministeriums aus dem Spree-Neiße- und dem Oberspreewald-Lausitz-Kreis und waren in Senftenberg in den Bus zugestiegen. Auch die Leistelle Lausitz war bei der Such nach Angehörigen der Verletzten am Montagnachmittag eingeschaltet worden.

Zur Bergung waren fünf Rettungshubschrauber, zehn Rettungswagen und acht Notärzte an der Unfallstelle in Oberfranken. Nach dem Unfall hatte die Polizei die Passagierliste bei dem Busunternehmen sichergestellt.

Nach Informationen des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer war der verunglückte Reisebus gerade mal drei Jahre alt und hatte alle Tüv-Prüfungen mängelfrei bestanden. Der Busfahrer sei sehr erfahren gewesen und habe im November 2016 erst ein Fahrsicherheitstraining absolviert.