In der Stadt Cottbus erhielten im Schuljahr 2012/2013 insgesamt 104 Schüler die Unterstützung, in Dahme-Spreewald 155, in Elbe-Elster 107, in Spree-Neiße 114 und in Oberspreewald-Lausitz 121.

Bei einer Bewertung der bundesweit einmaligen Regelung durch den Wildauer Wirtschaftswissenschaftler Tilo Wendler erklärten rund die Hälfte von 2100 befragten Empfängern des Schüler-Bafög, dass sie nur mithilfe der Förderung eine Ausbildung absolvieren konnten oder sich dadurch die Rahmenbedingungen deutlich verbessert hätten. "Unser Ziel ist es, Jugendliche aus einkommensschwachen Familien bei einem längeren Bildungsweg finanziell zu unterstützen", erklärte Bildungsministerin Martina Münch (SPD) am Dienstag in Potsdam. Dies werde durch das Schüler-Bafög erreicht. Scharfe Kritik übte die Opposition. "Die Bewertung der rot-roten Landesregierung gibt keine seriöse Antwort, ob mit der Einführung des Bafög mehr Kinder aus einkommensschwachen Familien zum Abitur geführt wurden", sagte der CDU-Bildungspolitiker Gordon Hoffmann. FDP-Bildungspolitiker Andreas Büttner verwies darauf, dass sich niemand darum gekümmert habe, wofür die Schüler die 100 Euro im Monat ausgeben.

Dagegen erklärte der SPD-Bildungspolitiker Thomas Günther, dank des Schüler-Bafögs werde der Weg zum Abitur nicht mehr durch einen zu kleinen Geldbeutel der Eltern abgeschnitten. "51 Prozent der Befragten sagten, dass sie ohne die Förderung den Weg zum Abitur so nicht hätten gehen können", so Günther.