Nach dem versöhnlichen Auftakt für die neue RE 2-Strecke Cottbus-Berlin am Sonntag sehen sich Bahnreisende in den Fol getagen immer wieder Verspätungen von 20 Minuten und mehr ausgesetzt. Statt der 20 Minuten Zeitersparnis, die die Bahn mit dem höheren Tempo 160 auf diesem Abschnitt versprochen hat, "gibt es unzumutbare Verzögerungen", kritisiert der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB). Es sei unerklärlich, dass die Bahn erst jetzt die Signaltechnik auf die neue Geschwindigkeit abstimme, betonte VBB-Sprecherin Elke Krokowski gegenüber der RUNDSCHAU.

Für den Brandenburg-Chef des Fahrgastverbandes "pro Bahn", Dieter Doege, ist es unerklärlich, warum es dermaßen "drunter und drüber" geht. "Hier hat jemand geschlafen", sagt Doege. Es sei doch bekannt, dass es mit der eingleisigen Strecke zwischen Lübbenau und Cottbus "ein Nadelöhr gibt. Darauf muss die Signaltechnik doch abgestimmt worden sein", erklärt Doege.

Wie Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert, der die Verspätungen bedauert, erläutert, sind die Verzögerungen tatsächlich größtenteils auf die unzureichende Abstimmung der Signaltechnik auf die 160 km/h fahrenden Züge zurückzuführen. "Wir hatten keinen Testlauf. Die Strecke hat erst am Sonntag ihre Zulassung erhalten", schildert Ahlert. Jetzt werde überall nachjustiert. "Wir arbeiten mit Hochdruck an den Stellschrauben", sagt Ahlert. Mitte nächster Woche, so schätzt die Bahn, soll das Verspätungschaos beseitigt sein.