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| 20:33 Uhr

Wissenschaft
Grüne Kohle gegen braune Spree

Senftenberg. Das Patent des Senftenbergers Hans-Jürgen Schmager könnte das Eisenschlamm-Problem lösen. Von Torsten Richter-Zippack

Der Senftenberger Hans-Jürgen Schmager (78) hat sein Projekt „Filterung von Eisenhydroxidschlamm aus Oberflächenwasser“ beim Deutschen Patent- und Markenamt in München angemeldet. Der pensionierte Landwirt und Meliorationsingenieur verspricht sich einen Durchbruch bei der Bekämpfung der durch Eisenverbindungen stark ockergetrübten Lausitzer Fließe. Im Frühjahr solle im ehemaligen Tagebau Meuro bei Großräschen (Oberspreewald-Lausitz) gemeinsam mit den Bergbausanierern der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft ein Feldversuch erfolgen. Dann, so kündigt Sprecher Uwe Steinhuber an, werde entschieden, ob sich die Idee für die Bergbausanierung eignet oder nicht.

Das Prinzip klingt einfach: Mittels Pflanzenkohle, die aus Biomüll hergestellt wird, wird das belastete Oberflächenwasser gereinigt. „Dafür“, so erklärt Hans-Jürgen Schmager, „nutze ich die porenreiche Oberfläche dieser Kohle.“ Anschließend trete klares Wasser aus. Dieses sei jedoch noch nicht chemisch analysiert worden. Biokohle wird vorwiegend als Bodendünger verwendet. Das gleiche Prinzip soll laut Schmager mit der ockergetränkten Kohle erfolgen. Das darin enthaltene Eisen gelte als wichtiger Pflanzennährstoff im Boden.

Landrat Siegurd Heinze ist begeistert: „Wer hier die Patentlösung hinbekommt, ist nobelpreisverdächtig.“ Bereits seit Jahren ringen Experten um eine Lösung des Eisenschlamm-Problems, das durch die Braunkohlengewinnung hervorgerufen wird.