Wie Ministeriumssprecher Stephan Breiding auf Nachfrage der RUNDSCHAU bestätigt, sei diese Option nicht gewollt, möglicherweise aber nicht zu vermeiden. Landesweit gebe es nächstes Jahr 950 Lehrerstellen über Bedarf, davon allein rund 500 im Schulamt Cottbus, das Südbrandenburg abdeckt.
In der vergangenen Woche sind Verhandlungen zwischen Lehrergewerkschaften und Bildungsministerium angelaufen, so Breiding weiter. Ziel sei es, die Stellen abzubauen, ohne das Pädagogen gegen ihren Willen versetzt werden müssen. Dabei gebe es nicht mehr nur in der Lausitz einen Überhang an Stellen. Im laufenden wie auch im Schuljahr 2006/07 haben Lehrer solidarisch auf Stunden verzichtet und damit für alle Kollegen einen Arbeitsplatzwechsel verhindert.
Für Günther Fuchs, Landeschef der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verhandlungsführer für die Lehrer, ist es mit diesem Teilzeit-Modell allein nicht mehr getan. Vielmehr müsse das Land zum neuen Schuljahr auch Lehrer befristet einstellen - nämlich im Schulamt Brandenburg, wo nächstes Jahr 150 Stellen fehlen. „Es kann nicht sein“ , rechnet Fuchs vor, „dass in den Berlin fernen Regionen Lehrer ihre Stunden weiter reduzieren und so 950 Stellen eingespart werden, gleichzeitig aber das Land die 150 Stellen in Brandenburg nicht besetzt.“ Statt für die Bildung, so die Befürchtung von Fuchs, könnte das Geld genutzt werden, um den Haushalt zu sanieren.
Am 4. Oktober werden die Verhandlungen fortgesetzt.