"Unsere Strategie sieht klar eine Reduzierung unserer Kohlendioxid-Exponierung und eine Umstellung unseres Erzeugungs-Portfolios auf erneuerbare Energien vor", erklärte Konzernchef Magnus Hall in Stockholm. Dabei könne es um einen kompletten oder teilweisen Verkauf der Braunkohle-Tagebaue und Kraftwerke in Brandenburg und Sachsen gehen, erklärte Vattenfall-Sprecher Stefan Müller am Donnerstag.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) begrüßte die Entscheidung in einer ersten Reaktion: "Meine Erwartung ist, dass dazu die Unternehmensführung nun zügig zu Beratungen in die Lausitz kommt."

Auch Sachsen begrüßte die angekündigten Gespräche. "Für die Staatsregierung ist entscheidend, dass die Arbeitsplätze und die Zukunft des Braunkohleabbaus und der Braunkohleverstromung in der Lausitz gesichert sind", so der Chef der sächsischen Staatskanzlei, Johannes Beermann (CDU).

Vage blieben die Landesregierungen zunächst bei der Frage, ob sie als möglicher Käufer der Kraftwerke und Tagebaue auftreten könnten. Tagebaugegner warnen bereits vor einem solchen "VEB Braunkohle". "Energiewirtschaftlich und energiepolitisch passt Braunkohle nicht in die Weichenstellung der Zeit", erklärte Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, beim Dorffest von 300 Tagebaugegnern in Atterwasch (Spree-Neiße) .

"Es darf nicht sein, dass etwa die rot-rote Landesregierung auf Steuergelderkosten die Braunkohlesparte von Vattenfall erwirbt", forderte der Vizechef der Grünen-Bundestagsfraktion, Oliver Krischer.