Der schwedische Grünen-Abgeordnete Peter Bolund will wissen, wie sich die Nachhaltigkeitsziele der schwedischen Regierung mit den geplanten neuen Braunkohletagebauen in der Lausitz vereinbaren lassen. Für die in der Opposition befindlichen Grünen ist das ein Widerspruch.

Vattenfall befindet sich vollständig in schwedischem Staatsbesitz. Im Juli hatte die Konzernspitze eine Aufteilung des Unternehmens in zwei Geschäftseinheiten angekündigt und auch vage Verkaufsabsichten für die Lausitzer Braunkohleförderung und -verstromung geäußert. Unrentable Gaskraftwerke in den Niederlanden und der Atomausstieg haben Vattenfalls Gewinne drastisch schrumpfen lassen. Die Lausitzer Kohle bringt dem Konzern jedoch jährlich noch immer rund eine Milliarde Euro Gewinn. Die Kohlestromproduktion in der Lausitz ist 2012 trotz Energiewende sogar um fünf Prozent gestiegen.

Am 3. November stimmen die Berliner mit einem Volksentscheid darüber ab, ob sich die Stadt bei der anstehenden Konzessionsvergabe selbst um das Stromnetz der Hauptstadt bewerben soll. Am 22. September erst hatten die Hamburger entschieden, Vattenfall das städtische Stromnetz wieder abzunehmen. Die Netze in beiden Großstädten bringen Vattenfall zusammen jährlich 80 bis 100 Millionen Euro Gewinn. Ein Verlust wäre deshalb für den Konzern schmerzlich.