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Lausitzer Erinnerungen an Manfred Krug

ARCHIV - Der Schauspieler und Chansonnier Manfred Krug singt am 27.03.2015 während seines Konzertes in Potsdam (Brandenburg). Foto: Ralf Hirschberger/dpa (zu dpa "Rückschlag für Manfred Krug im Streit um angeblichen Stasi-Deal" vom 30.08.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - Der Schauspieler und Chansonnier Manfred Krug singt am 27.03.2015 während seines Konzertes in Potsdam (Brandenburg). Foto: Ralf Hirschberger/dpa (zu dpa "Rückschlag für Manfred Krug im Streit um angeblichen Stasi-Deal" vom 30.08.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ FOTO: Ralf Hirschberger (dpa-Zentralbild)
Cottbus. Der Schauspieler Manfred Krug ist tot. Er starb bereits am vergangenen Freitag im Alter von 79 Jahren im Kreis seiner Familie zuhause in Berlin. Das teilte sein Management am Donnerstag mit. Auch in der Lausitz hat der beliebte Unterhalter Spuren hinterlassen. RUNDSCHAU-Redakteure erinnern an ihn:

Reporterin Ingrid Hoberg: Seine Konzerte fingen pünktlich an und es musste alles stimmen. So rüffelte er in den 1990er-Jahren in der Cottbuser Stadthalle die Tontechniker von der Bühne herab an, die es nicht schafften, einen Pfeifton herauszubekommen. Schade, dass er im vergangenen Jahr nicht bei der Jazzwerkstatt Peitz Nr. 52 dabei war, als die großartige Uschi Brüning ein Konzert mit Sängerinnen und Musikern gab, mit denen sie seit Jahrzehnten immer wieder auf der Bühne steht. Da gehörte Manfred Krug auch dazu, der sie immer mit viel Respekt und Freundlichkeit behandelte. Man kannte ihn ja auch anders.

Kulturreporterin Ulrike Elsner: Auf seiner "Auserwählt"-Tour hat Krug noch im Januar 2015 mit Uschi Brüning und Band das Publikum in der Cottbuser Stadthalle mitgerissen. Zugegeben: Der Kraftkerl von einst war schmal, sein Gang schleppend geworden. Aber das alles spielte keine Rolle mehr, als der damals 77-Jährige die alten Jazz-Klassiker anstimmte. Ganz schnell war die alte Leichtigkeit wieder da, und die Zuhörer waren einfach nur hingerissen. Auch von seinem Humor. Am Ende erklatschten sich die Cottbuser stehend "Adé" , das unsterbliche Abschiedsduett seiner Konzerte. Es hat ab jetzt eine tiefere Bedeutung.

Autor Peter Blochwitz: Auf die RUNDSCHAU-Frage, ob er besondere Erinnerungen an die Lausitz hätte, antwortete Manfred Krug Ende 2014: "Sogar uralte. Ich denke an Vetschau, wo wir 1961 den Film ,Auf der Sonnenseite' gedreht haben, der als eines der ersten gelungenen Filmlustspiele der DDR galt." Der Film war autobiografisch gefärbt. Krug hatte tatsächlich eine Lehre als Stahlschmelzer gemacht und war aus Disziplingründen von der Schauspielschule geflogen. "Auf der Sonnenseite" war echt und lebensprall, machte Manfred Krug endgültig zum Publikumsliebling. Die Lausitz in Gestalt von Vetschau hatte ihren Anteil daran . . .