(kw) Die Eigentümer von geschichtsträchtigen Häusern tragen in der Lausitz oft schwer am familiären und staatlich geschützten Erbe.

Klaus Hauptvogel aus Ortrand schaut dem Verfall seines Elternhauses, das eines der ältesten Gebäude in der Kleinstadt und an der idyllischen Pulsnitz gelegen ist, täglich zu. Auf mehr als eine Million Euro haben Experten den Sanierungsaufwand des schon viele Jahre unbewohnten Hauses geschätzt. Das steht im Sanierungsgebiet der Altstadt an der viel befahrenen Hauptverkehrsader zur Stadtmitte. Die Straße ist im vergangenen Jahrhundert von der öffentlichen Hand immer höher aufgebaut worden, das Wohn- und Geschäftshaus in bester Lage ist auch deshalb unattraktiv und bisher unverkäuflich geworden.

In Lieske, dem kleinen Straßendorf am Sedlitzer See, indes ist eine bisher beispiellose Lausitzer Erfolgsgeschichte zu erzählen: Cornelia Schnippa ist wieder stolze Besitzerin eines etwa 300 Jahre alten Oberlausitzer Schrotholzhauses. Auch sie hat dem Verfall der in der Niederlausitz einzigartigen Rarität dörflicher Architektur lange schweren Herzens zusehen müssen. Die Denkmalbehörde des  Oberspreewald-Lausitz-Kreises und neugierige Studenten haben dann einen Rettungsplan mit ihr angestoßen. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz hat das Wendische Holzblockhaus zum Denkmal in Not erklärt und ein Spendenkonto eingerichtet. Damit sind das Sichern des Gebäudes und der Wiederaufbau gelungen.