Der Ausstieg aus der Braunkohleverstromung hat begonnen. Für die Lausitz ist die Zäsur schmerzlich greifbar geworden: Block F des Kraftwerkes Jänschwalde ist vom Stromnetz genommen worden.

Während in der Blockwarte des Braunkohlekraftwerkes selbst Block F routiniert in die Reservestellung gefahren wird, protestieren Bergleute und Kraftwerksmitarbeiter vor der Cottbuser Stadthalle.

MInisterpräsident Dietmar Woidke (SPD) spricht von einem „Tag, der sehr schmerzt“. Das tröstet die betroffenen Mitarbeiter der Lausitzer Energie Aktiengesellschaft (Leag) allerdings nicht. Denn die ersten 600 Arbeitsplätze im Kraftwerks- und Tagebaubetrieb seien praktisch schon verloren. Noch ersatzlos. Denn Perspektiven für den notwendigen Strukturwandel in der Lausitz sind noch nicht Sicht.

Die Bezirksleiterin Cottbus der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), Ute Liebsch, verweist zudem darauf, dass „der Eingriff der Bundespolitik in ein funktionierendes Energieversorgungssystem“ in der Lausitz etwa weitere 900 Jobs in mittelständischen Betrieben koste, die als Zulieferer, Instandhalter und Service-Partner für das Energieunternehmen arbeiten.

Auch zwei Kraftwerksblöcke in Nordrhein-Westfalen sind am Sonntag in die Reserve gefahren worden. Durch Netztrennung von Kohle-Kraftwerksblöcken soll Deutschland bis zum Jahr 2020 den Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid um 12,5 Millionen Tonnen reduzieren. Das hat die Bundesregierung im Jahr 2015 beschlossen.

Jürgen Ackermann, Leiter Produktion im Kraftwerk Jänschwalde, beobachtet die Abschaltung des Blocks.

Bildergalerie Jürgen Ackermann, Leiter Produktion im Kraftwerk Jänschwalde, beobachtet die Abschaltung des Blocks.

Energiewende beginnt in der Lausitz 16.54 Uhr liefert Block F keinen Strom mehr

Jänschwalde/Cottbus

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Block F im Kraftwerk Jänschwalde wird abgeschaltet „Ein Tag, der sehr schmerzt“

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