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| 02:34 Uhr

Lausitz-Tourismus 2030: hohe Qualität und gesicherte Mobilität

Annette Ernst
Annette Ernst FOTO: privat
Cottbus/Spreewald. Wie sieht die Lausitz in 15 Jahren aus? Mit einer Serie von Gastbeiträgen beschäftigt sich die LAUSITZER RUNDSCHAU intensiv mit diesem brisanten Zukunftsthema. Heute mit einem Beitrag von Annette Ernst, Leiterin des Tourismusverbandes Spreewald.

Im Mittelpunkt des Traumes von einem Urlaub steht der Gast mit seinen Erwartungen an einen Spreewaldbesuch. Sie werden nicht nur erfüllt, sondern idealerweise übertroffen. Nicht alles muss perfekt sein, aber die Basis soll stimmen: Qualität, intakte Natur, Image, Mobilität, Vernetzung touristischer Akteure.

Ein Beispiel: Im März des Jahres 2030 möchte ein junges Paar verreisen. Das Ziel: der Spreewald im Herzen der Lausitz. Sie haben bereits im Internet inspirierende Eindrücke von der Region gewonnen, wissen, dass hier ganzjährig Saison ist. Die Buchung ihrer Unterkunft - ein abgelegener, traditioneller Spreewaldhof -, und einer Kahnfahrt erledigen sie online. Mit der "Spreewald-Card" reisen beide zum günstigen Festpreis von Berlin mit dem Zug an. Auch die Nutzung des ÖPNV vor Ort sowie Ermäßigungen bei kulturellen und touristischen Angeboten sind inklusive. Vom nächstgelegenen Bahnhof erreichen sie die Pension bequem mit einem Bus, Shuttle oder sportlich per Leihfahrrad. Dort angekommen werden sie persönlich vom Gastgeber begrüßt. Er kennt die Wünsche seiner Gäste, nennt Restaurants mit sehr guter, regionaler Küche, Anbieter von Kahnfahrten und gibt Tipps zur Freizeitgestaltung, von der Kanutour bis hin zu kulturellen Veranstaltungen. Die Willkommenskultur und Service-Qualität stimmen. Ein besonderer Genuss ist die einzigartige Natur des Spreewaldes, die durch umfassende Umweltschutzmaßnahmen nachhaltig bewahrt wird. Am Abreisetag steht für beide fest: Sie werden einen Urlaub im Spreewald weiter empfehlen.

Leider entspricht diese Vision noch nicht der Realität. Vielerorts sind Reisende auf den Pkw angewiesen, um touristische Sehenswürdigkeiten und Anbieter zu erreichen. Auch der Servicegedanke kommt oft zu kurz. Investitionen und das Einführen innovativer Produkte sind noch zu selten. Der Gedanke, Aushängeschild für eine gesamte Urlaubsregion zu sein, fehlt.

Hier setzen wir schon heute an, um den Tourismus von morgen voranzubringen. So startet im Herbst 2015 die Initiative "Qualitätsregion Spreewald". Touristische Unternehmen werden dabei zur Entwicklung der Region sensibilisiert. Netzwerktage sollen Austausch und Zusammenarbeit fördern, Workshops neue Impulse geben. Mein Traum ist zudem ein flächendeckendes Mobilitätsmanagement, inklusive einer gezielten Besucherlenkung. Hier bewerben wir die gesamte Reiseregion Spreewald als attraktives Urlaubsziel, damit auch die weniger bekannten Orte von den steigenden Gästezahlen profitieren.

Zum Thema:
Ende Januar hat die LAUSITZER RUNDSCHAU ihre große Zukunftsserie "Lausitz 2030" gestartet. Seither haben viele Gastautoren aufgezeigt, wie die Lausitzer in 15 Jahren leben werden. Mischen auch Sie sich ein unter: www.lr-online.de/lausitz2030

Zum Thema:
Annette Ernst ist seit zwei Jahren Leiterin des Tourismusverbandes Spreewald. Zu den Schwerpunkten ihrer Tätigkeit zählen die touristische Vermarktung der gesamten Reiseregion Spreewald sowie Netzwerkarbeit mit Partnern aus Politik und Wirtschaft. Berufserfahrungen erwarb sie z. B. als Verkaufsdirektorin des Lindner Hotels in Cottbus sowie als Managerin beim FilmparkBabelsberg. Zudem war sie sechs Jahre in leitender Position bei der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH angestellt.