Die alljährliche Umfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus hat selten soviel Optimismus verbreitet: Ob in Spreewald oder Lausitzer Seenland, in Elbe-Elster-Region oder Dahme-Seengebiet – vielerorts gibt es Zuwächse im Beherbergungs- und Gastronomiegewerbe. „Hier spiegelt sich natürlich wider, dass es der Wirtschaft gut geht. Und das schlägt sich auf das Konsumverhalten der Menschen nieder“, sagt Susanne Kwapulinski vom IHK-Geschäftsbereich Volks- und Außenwirtschaft. „Wir merken aber auch, dass sich etwa der Spreewald weit über die Ländergrenzen hinweg einen Namen gemacht hat. Sogar auf der Aero-Messe in Friedrichshafen sind wir zu dieser attraktiven Gegend befragt worden.“

Zentralität ist großer Trumpf

Es seien aber auch die vielen Angebote, die von Wellness bis zum Staatstheater Cottbus, die Pückler-Parks in Branitz und Bad Muskau oder das Cottbuser Filmfestival reichen – all das mache die Region anziehend. Die IHK-Expertin sieht aber noch einen oft unterschätzten Trumpf, der immer mehr sticht. Die Zentralität der Region ermögliche es, den Kurzurlaub etwa im reizvollen winterlichen Spreewald mit einem Abstecher nach Berlin oder Dresden zu verbinden.

Für Susanne Ott, die Marketingleiterin der Lausitztherme Wonnemar in Bad Liebenwerda (Elbe-Elster), gehört noch Leipzig mit dazu. Aus diesem brandenburgisch-sächsischen Dreieck kommen die meisten Besucher nach Bad Liebenwerda. Im Schnitt seien es 850 pro Tag, insgesamt knapp 30 000 bis August. Susanne Ott sieht das Bad für Jedermann aber vor allem mit den speziellen Offerten für Familien, Senioren oder zum langen Sauna-Abend an Beliebtheit gewinnen. „Wir hatten einen guten Sommer und gehen mit viel Optimismus in die winterliche Hauptsaison“, betont Ott. Von saison-verlängernden Angeboten zu profitieren, das trifft auch auf Luckau und Umgebung zu. „Natürlich hat uns Tropical Islands Neugierige in die Region gebracht“, räumt die Leiterin der Tourismusinformation, Manuela Hanschick, ein.

Viel Perspektive im Seenland

Luckau sei ein Anziehungspunkt ohne Hotel – was vor allem am historischen Stadtkern und dem nachhaltigen Landesgarten schaugelände liege. Während es die Stadt verständlicherweise mit vielen Tagestouristen zu tun hat, ist der Senftenberger See in einer weitaus komfortableren Lage. Hier werden im Familienpark schon nur noch Vermietungen von einer Woche angenommen. „Wer eine Unterkunft direkt am See haben will, der muss rechtzeitig buchen“, erklärt Kathrin Winkler, die Geschäftsführerin des Tourismusverbandes Niederlausitz. Das spreche für die Perspektive, die das entstehenden Lausitzer Seenland in sich birgt.

Für Kathrin Winkler ist zudem der Radtourismus eine weiter boomende Branche. Hier zeichne sich eine klare Zielgruppenorientierung aus. „Fahrradfreundliche Übernachtungsbetriebe unter der Marke Bett & Bike profitieren deutlich vom Trend zu Radreisen“, schildert Kathrin Winkler. Im August und September habe es auf dem Spree- und dem Oder-Neiße-Radweg „eine gefühlte Verdopplung der Radtouristen gegeben“.

Ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von mehr als sechs Prozent – so kann es weitergehen, nicht nur im Lausitzer Seenland.