Vattenfall wird sich mit zwei 500 Megawatt-(MW-)Blöcken im Kraftwerk Jänschwalde an der Reserve beteiligen, die bis 2023 bundesweit zur Stillegung von 2700 MW Braunkohle-Kraftwerskapazität führt. Das bestätigte Vattenfall am späten Montagabend. Der Verwaltungsrat des schwedischen Energiekonzerns hatte zuvor über die Zustimmung zu dieser Einigung mit dem Bundeswirtschaftsministerium beraten. Als erster soll Block F im Oktober 2018 aus dem Regelbetrieb genommen werden, ein Jahr später Block E. 2022 beziehungsweise 2023 werden sie dann endgültig stillgelegt. Es sind die beiden jüngsten der sechs Blöcke des Kraftwerkes, die aber am leichtesten auskoppelbar sind.

Neben Vattenfall sind die Energieunternehmen RWE und Mibrag an der Kraftwerksreserve beteiligt, die als Gesetzentwurf im November ins Bundeskabinett geht. Die Stilllegung der Anlagen soll etwa 20 Millionen Tonnen des klimaschädlichen Kohlendioxids in Deutschland einsparen. Für die Bereithaltung der Kraftwerksblöcke sollen die Unternehmen mit insgesamt 1,6 Milliarden Euro entschädigt werden.

Wie ein Vattenfall-Sprecher versichert, soll es in Zusammenhang mit der Kraftwerksreserve keine betriebsbedingten Kündigungen geben. Der notwendige Personalabbau soll sozialverträglich über Renteneinstieg und Umsetzungen abgedeckt werden. Zur Gesamtzahl der abzubauenden Stellen äußert sich das Unternehmen bislang nicht. Vattenfall verfügt in der Lausitz über 7350 MW Kraftwerkskapazität und beschäftigt rund 8000 Mitarbeiter.