"Besonders wichtig ist der Ausbau von leistungsfähigen Schienenverbindungen zwischen Deutschland und Polen, damit die regionalen Zentren und Ballungsgebiete beiderseits der Grenze endlich über die Schiene gut vernetzt werden können", sagt etwa Jens Krause, Vorsitzender des Verkehrsausschusses der Kammerunion Elbe/Oder. Die Kammerunion vertritt über 40 deutsche, polnische und tschechische Kammern zwischen Elbe und Oder. Sowohl der Personen- als auch der Güterverkehr müssten dringend ausgebaut werden, fordern die Wirtschaftsvertreter. Vor allem Ausbau und Elektrifizierung der Strecken Dresden-Görlitz-Breslau, Berlin-Cottbus-Horka-Breslau sowie Berlin-Stettin seien wichtig.

Auch die in der "Initiative deutsch-polnischer Schienenpersonenverkehr" zusammengeschlossenen Fahrgastverbände appellieren vor dem Gipfel am Mittwoch an die Teilnehmer. "Gerade bei Lückenschlüssen auf grenzüberschreitenden Strecken sollten die nationalen Verkehrsministerien eine aktivere Rolle ergreifen. Nur so ist ein attraktiver europäischer Bahnverkehr möglich", erklärt Anja Schmotz, Sprecherin der Initiative für Deutschland. Darüber hinaus fordert die Initiative die Wiedereinführung von Fernverkehrsangeboten zwischen Berlin und Breslau sowie aus Leipzig über Dresden und Görlitz nach Krakau.

Verkehrspolitiker und Bahnvertreter aus beiden Ländern treffen sich am Mittwoch in Stettin zum zweiten deutsch-polnischen Bahngipfel, der von Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) eröffnet wird. Auch Bahnchef Rüdiger Grube hat seine Teilnahme zugesagt. Debattiert wird unter anderem über die Zukunft des "Kulturzuges", der Berlin, Cottbus und Breslau verbindet sowie der Ausbau der Verbindung von Berlin nach Stettin.