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Lausitz-Airport statt BER

Berlin. Was soll aus dem Pannenflughafen BER werden? Viel wurde darüber diskutiert. Ein Berliner Architekt hat am Dienstagabend einen neuen Plan vorgelegt. Er will einen neuen Flughafen bauen. Noch näher an der Lausitz. Der BER soll zu einem neuen Stadtteil von Berlin werden. bob

Der Berliner Architekt Gisbert Dreyer ist kein Unbekannter in der Debatte um den BER. Im vorigen Jahr hatte er mit einer Studie zum Verkehrskollaps durch den neuen Großflughafen gewarnt und das ICC als innerstädtisches Terminal ins Spiel gebracht. Nun ist Dreyer wieder vorgeprescht. Bei einer Diskussionsrunde stellte er seinen Alternativplan zum BER vor.

Wie der Tagespiegel berichtet, will Dreyer Revolutionäres: Der Großflughafen soll eingemottet und zum Wohnquartier für Berlin umgebaut werden. Ein neuer Stadtteil mit 250 000 neuen Wohnungen soll dort errichtet werden, für 300 000 bis 500 000 Einwohner. Dies wäre, sagte Dreyer, "eine Lösung für das Berliner Mietenproblem, ein Beitrag gegen die Gentrifizierung." Und: "Das BER-Terminal wäre ideal als Stadtteilzentrum geeignet, mit Geschäften, Arztpraxen, dem Rathaus, Sozial- und Kultureinrichtungen." Die Milliardeninvestitionen in den Großflughafen könnten sich so doch noch rechnen.

Den Flughafen will Dreyer komplett neu bauen, privat finanziert und ohne Aufsichtsrat mit Politikern aus Bund und Ländern. Als Standort schlägt der Architekt die "Fläming-Wiesen" südlich von Sperenberg zwischen Baruth und Luckenwalde vor. Rund 1000 Bewohner in dem kaum besiedelten Gebiet sollen umgesiedelt werden. Laut Dreyer wäre es ein Standort, an dem rund um die Uhr geflogen und nach Bedarf Start- und Landebahnen errichtet werden können, "drei, vier, mehr".

"Für Brandenburg könne es das Projekt für die Lausitz nach der Braunkohle sein", sagt Dreyer. 2026 soll der Lausitz-Airport Fläming Wiesen fertig sein. Bis dahin sollen BER, Tegel und Schönefeld/Alt offen bleiben.