N ach dem vermuteten US-Lauschangriff auf das Handy von Kanzlerin Angela Merkel will sich Europa wehren. Die Forderungen reichen von einer Unterbrechung der Freihandelsgespräche mit den USA bis hin zur Kündigung von Abkommen zur Datenweitergabe an die Amerikaner .

Bei m EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel schlug die Empörung unter Europas Politikern hohe Wellen. Merkel kritisierte die amerikanischen Verbündeten ungewöhnlich scharf: "Ausspähen unter Freunden - das geht gar nicht", sagte sie. Das habe sie auch schon US-Präsident Barack Obama bei seinem Berlin-Besuch im Juni gesagt und in einem Telefongespräch am Mittwoch bekräftigt, erklärte Merkel. "Dabei geht es nicht vordergründig um mich, es geht um alle Bürger." Das Vertrauen müsse "jetzt wieder neu hergestellt werden. "

De utsche Sicherheitsbehörden vermuten, dass Merkels Handy längere Zeit angezapft wurde. In Dokumenten, die der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden entwendet habe, befinde sich eine alte Handy-Nummer Merkels, berichtete die "Welt" unter Berufung auf Sicherheitskreise. Die Rede sei von einem "verdichteten Verdacht". Es spreche manches dafür, dass Telefonate und SMS-Kurzmitteilungen abgehört und ausgespäht worden seien. Merkel nutzte das betroffene Handy demnach von Oktober 2009 bis Juli 2013 . Kommentar Seite 2

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