Der neben Nelson Mandela wohl berühmteste Südafrikaner, Friedensnobelpreisträger und Vorkämpfer in der Anti-Apartheidbewegung wird am heutigen Freitag 80 Jahre alt. Er hat zwei Seiten: Tutu, der Komiker, und Tutu, die moralische Instanz.

Seine ausdrucksstarken Predigten und Reden begleitet der kleingewachsene anglikanische Geistliche mit vielen, vielen Gesten. Oft beginnt er mit einem Witz, nicht selten einem zutiefst rassistischen aus Zeiten der Apartheid. Ihm folgt stets sein lautes, ansteckendes Lachen. "Manchmal schrill, oft zärtlich, nie ängstlich und selten ohne Humor, hat Tutu seine Stimme seit jeher jenen verliehen, die keine haben", sagte Mandela einmal über ihn. Tutu ist Entertainer im besten Sinne. Eine angsteinflößende kirchliche Autorität wollte er nie sein. Das zeigte ein T-Shirt mit dem Schriftzug "Just call me Arch" (Nenn mich einfach Arch) nach seinem Rückzug als Erzbischof (englisch: Archbishop) - sein jungenhaftes Auftreten und legendäre Vorliebe für Cola-Rum ebenfalls.

Seit seinem 79. Geburtstag tritt er offiziell kürzer, sorgt aber immer noch für Gesprächsstoff: "Grübeleien eines Altersschwachen" nennt der Bischof seine oft scharfen Worte. So protestierte er gegen die Hinrichtung des US-Amerikaners Troy Davis. Er rief südafrikanische Politiker auf, ihre Luxuskarossen zu verkaufen und sich endlich um die Armen zu kümmern. Vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 zeichnete er ein bitteres Bild seines Heimatlandes, das nach wie vor unter den Folgen der Apartheid, unter Gewalt und Korruption leidet.

Desmond Mpilo Tutu wurde am 7. Oktober 1931 in Klerksdorp geboren. Sein Vater war Lehrer, seine Mutter Hausangestellte. Tutu trat zunächst in Vaters Fußstapfen, gab den Lehrerberuf jedoch auf, als die Apartheidregierung das "Bantu Education System" einführte, das Schwarzen den Zugang zu höherer Bildung erschwerte. Damit begann sein politisches Engagement.

1955 heiratete Tutu Leah, eine große, kräftig gebaute und ebenso humorvolle Frau. Sie haben zusammen drei Töchter und einen Sohn.