Es sieht aus, als wenn eine Bombe eingeschlagen hat: In Ostritz (Landkreis Görlitz) ist am Freitagmorgen auf eisglatter Straße ein Lastwagen in ein Haus gerutscht und hat es fast zum Einsturz gebracht. Der 38-jährige Fahrer hatte zuvor die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und musste machtlos mit ansehen, wie sich der 40-Tonner auf einer Gefällstrecke den Weg bahnte, wie die Polizei mitteilte. Er hatte 26 Tonnen Weizen geladen.

Insgesamt erlitten sechs Menschen leichte Verletzungen: der Lkw- und ein Autofahrer sowie vier Hausbewohner. Zunächst hatte es so ausgesehen, als wenn die Bewohner des stark beschädigten Hauses mit dem Schrecken davongekommen waren. Der Sachschaden wird auf einige hunderttausend Euro geschätzt.

Zunächst sei der Sattelschlepper auf dem Ostritzer Galgenberg ins Schlittern gekommen und dort, wo die Bundesstraße 99 kreuzt, mit einem Auto kollidiert, berichtete der Sprecher der Polizeidirektion Görlitz, Thomas Knaup. Dessen 47 Jahre alter Fahrer kam mit leichten Verletzungen in eine Klinik.

Weiter ging die Rutschpartie die Bahnhofstraße hinunter, wo der Laster die gesamte Außenwand eines Hauses wegriss. Eine 78-jährige Bewohnerin wurde laut Knaup unter Gesteinsmassen begraben, konnte aber von der Freiwilligen Feuerwehr gerettet werden.

Genauso gelang es den Einsatzkräften, drei Männer im Alter zwischen 52 und 79 Jahren über eine Drehleiter und durch ein Fenster zu bergen. Alle vier kamen zur Behandlung ins Krankenhaus. „Die haben einen Riesenschutzengel gehabt“, sagte der Polizeisprecher.

Vor Ort prüften gegenwärtig Angehörige der Ortsgruppe Görlitz des Technischen Hilfswerks (THW), ob das Haus einsturzgefährdet wäre, wenn der Lastwagen herausgezogen wird, sagte Knaup. Dabei werde auch die Statik des vermutlich aus den 1930er oder 40er Jahren stammenden Gebäudes untersucht, das Teil einer Siedlung ist. Die B 99 wurde nach dem Unfall bis auf weiteres voll gesperrt. Die Maßnahmen zur Bergung und Unfallaufnahme dauern voraussichtlich bis zum Freitagabend.