Die 43- und 49-jährigen Männer hätten zwischen Januar 2003 und Oktober 2004 sechs beziehungsweise fünf Raubüberfälle verübt, befanden die Richter gestern. Der Ältere erhielt elf Jahre, der Jüngere neun Jahre Haft. Beide hatten die Taten gestanden. Auf das Konto der deutsch-polnischen "Schlapphut-Bande" sollen 52 Banküberfälle gehen, davon 21 in Brandenburg. Die Ermittler sprechen von einer der bundesweit größten Raubüberfallserien der Nachkriegszeit.
In der Gesamtfreiheitsstrafe für die beiden Männer ist nach Angaben des Vorsitzenden Richters ein Urteil des Landgerichts Gera (Thüringen) über jeweils vier Jahre und neun Monate Haft wegen eines Raubüberfalls berücksichtigt. Die Verteidigung zog eine Revision gegen die Unterbringung in der Sicherungsverwahrung in Erwägung. Diese dient dem Schutz der Allgemeinheit vor weiteren Straftaten, wie der Vorsitzende Richter in seiner Urteilsbegründung hervorhob.
Der Vorsitzende Richter betonte, wegen der Geständnisse der Angeklagten liege die Strafe unter 15 Jahren Haft. Nach Angaben eines Verteidigers gehörten zu der "Schlapphut-Bande" wahrscheinlich sieben Mitglieder. Sie trugen bei den Überfällen Schlapphüte. Vor dem Potsdamer Landgericht ging es um einen Gesamtschaden von rund einer halben Million Euro, die Gesamtbeute aus den Überfällen wird von Ermittlern auf 3,6 Millionen Euro beziffert. (dpa/mb)